Das gab es in 30 Jahren Deutsche Eishockey-Liga für die Eisbären so noch nicht. Am Freitag (19.30 Uhr, MB-Arena) hat der Rekordmeister (neun Titel) zum ersten Mal ein Endspiel um Platz eins nach der Hauptrunde, der in den Play-offs bis ins Finale zum Auftakt jeder Runde und bei maximaler Spannung auch jeweils im siebten und entscheidenden Duell das Heimrecht garantiert.
51 Partien sind absolviert, die reichten aber nicht, um schon eine Entscheidung herbeizuführen. Spitzenreiter Bremerhaven kommt mit zwei Zählern Vorsprung zum Verfolger nach Berlin. Ein Sieg nach 60 Minuten und der EHC hätte die Pinguine um einen Punkt überflügelt und so noch von der Spitze gekegelt.
Kai Wissmann: Vier Reihen für ein Halleluja
Für Eisbären-Kapitän Kai Wissmann (27) wäre das durchaus Balsam auf die Seele: „Ich denke schon, dass wir eine ganze Reihe guter Spiele abgeliefert haben. Da wollen wir natürlich jetzt, wo es um den ersten Platz geht, auch gegen Bremerhaven gewinnen.“ Wissmann kennt auch das Rezept, wie den Pinguinen die Schnäbel gestopft werden könnten: „Wir haben vier gute Reihen, dadurch sind wir in der Lage, unser Tempospiel über 60 Minuten durchzuziehen. Wenn uns das gelingt, sieht es nicht schlecht aus.“
Von den insgesamt bisher 15 DEL-Duellen der beiden konnte Bremerhaven auf Berliner Eis nur zwei gewinnen. Dazu gehört das erste in dieser Spielzeit, im Oktober siegte Fischtown 4:2. In Bremerhaven siegten die Eisbären Anfang Dezember 4:3 nach Verlängerung, bezogen Anfang Januar allerdings eine 1:5-Klatsche. Das wird morgen garantiert ein heißer Tanz. Eisbären-Trainer Serge Aubin (49) hat seine Mannschaft eingeschworen: „Wir wollen den dritten Sieg der Bremerhavener gegen uns in diesem Jahr verhindern.“
Eisbären: „Haben Qualität, um bis zum Ende mitzumischen“
Wie das Spiel auch immer enden mag: Ob nun die Eisbären als Erster oder Zweiter in die Play-offs gehen, sieht Wissmann nicht sonderlich verbissen: „Es ist schön, dass wir zumindest mal bis ins Halbfinale das Heimrecht haben. Aber Play-offs sind immer schwer, ganz gleich, ob du als Erster oder Zweiter einsteigst.“



