Automobilgeschichte

„Ferrari des Ostens“: Melkus RS 1000 zurück in Dresden

Dresden feiert die Rückkehr einer Ikone: Das Verkehrsmuseum hat einen original erhaltenen Melkus RS 1000 aus 1972 erworben.

Author - Sebastian Krause
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Der Melkus RS 1000, der jetzt im Verkehrsmuseum Dresden ausgestellt wird, stammt von Sepp Melkus, dem Enkel des Firmengründers.
Der Melkus RS 1000, der jetzt im Verkehrsmuseum Dresden ausgestellt wird, stammt von Sepp Melkus, dem Enkel des Firmengründers.Robert Michael/dpa

Flach, rot, selten – und für viele Ost-Autofans bis heute ein Traum auf vier Rädern: Das Verkehrsmuseum Dresden hat einen Melkus RS 1000 aus dem Jahr 1972 angekauft. Der nahezu im Originalzustand erhaltene Sportwagen gilt als eine „Design-Ikone“, wie das Museum am Mittwoch erklärte.

Dresden bekommt Stück DDR-Automobilgeschichte

Damit bekommt Dresden ein besonders kostbares Stück DDR-Automobilgeschichte zurück. Der Melkus RS 1000 war der einzige in Serie gebaute Sportwagen der DDR – und der einzige mit Straßenzulassung.

Vom Melkus RS 1000 gab es nur 101 Exemplare

Gebaut wurde der legendäre Flügeltürer zwischen 1969 und 1979 von der Dresdner Melkus KG unter Leitung von Heinz Melkus (1928–2005), einem der erfolgreichsten Rennwagenfahrer der DDR. Gerade einmal 101 Exemplare entstanden damals in Handarbeit. Das nun erworbene Fahrzeug trägt nach Museumsangaben die Nummer 31 und ist weitgehend im Originalzustand erhalten.

Heinz Melkus hat den Melkus RS 1000 konzipiert und gebaut.
Heinz Melkus hat den Melkus RS 1000 konzipiert und gebaut.sepp spiegl/imago

Der Melkus RS 1000 war der Sportwagen, den es in der DDR eigentlich gar nicht geben sollte: ein flacher, schnittiger Renner mit Flügeltüren, gebaut auf Basis des Wartburg 353. Motor, Getriebe und Rahmen stammten aus DDR-Serientechnik, die Karosserie entstand unter anderem mit Unterstützung der Robur-Werke in Zittau. Weil Material knapp war und Sportwagen im sozialistischen Alltag keinen hohen Stellenwert hatten, wurde bei der Entwicklung viel improvisiert. Das machte den Melkus später zur Legende.

„Ferrari des Ostens“ stammt vom Sepp Melkus

Mit dem Ankauf schließe das Verkehrsmuseum eine wichtige Sammlungslücke, hieß es. Das Fahrzeug stammt aus dem Besitz von Sepp Melkus, dem Enkel des Firmengründers. Zuvor stand der Wagen mehr als 30 Jahre lang in einem privaten Museum in Belgien. Nun ist der „Ferrari des Ostens“ wieder in seiner Heimatstadt angekommen.

Auch die Kulturstiftung der Länder unterstützt den Erwerb. Deren Generalsekretärin Christine Regus erklärte, der Wagen stehe „für den Erfindungsreichtum und die Kreativität, mit denen in der DDR auf schwierige wirtschaftliche Bedingungen reagiert wurde“. Seine Geschichte erzähle von Hoffnungen, Sehnsüchten und technischen Ambitionen. Mit dem Design griff Melkus die Formensprache amerikanischer und westeuropäischer Marken seiner Zeit auf.

Melkus RS 1000 soll Teil einer Dauerausstellung sein

Wer den seltenen DDR-Sportwagen sehen will, muss sich allerdings beeilen: Bis zum 21. Juni ist das erlesene Stück ostdeutscher Automobilgeschichte im Lichthof des Verkehrsmuseums Dresden zu besichtigen. Ab Frühjahr 2027 soll der Melkus RS 1000 dann dauerhaft Teil der überarbeiteten Dauerausstellung Straßenverkehr werden.

Welche Erinnerungen haben Sie an den Melkus RS 1000? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com