Sie gehörte zu den Mega-Stars der DDR. Sie war eine der größten Sängerinnen des Landes. Rocklady Tamara Danz, die unvergessene Frontfrau von Silly, die vor 30 Jahren an Krebs starb. Ihre unvergleichliche Stimme, ihr starkes Auftreten: Sie tat alles für den Erfolg dieser Band. Dazu gehörte auch ein großes, privates Opfer. Tamara Danz entschied sich dafür, ihr Baby nicht auf die Welt zu bringen!
TV-Doku zeigt private Seite von Tamara Danz
Man erinnert sich. An „Mont Klamott“, „Bataillon d'amour“, „Die wilde Mathilde“, „Verlorene Kinder von Berlin“, die großartigen Silly-Hits, die Tamara Danz sang. Die Ausnahmesängerin und ihre Erfolge: Daran erinnert jetzt auch eine TV-Doku, die anlässlich des 30. Todestages der DDR-Rocklady noch wenige Tage in der Mediathek der ARD zu sehen ist.
In „Legenden – Ein Abend für Tamara Danz“ kommt auch ein weniger bekanntes Kapitel aus dem Leben der Sängerin zur Sprache. Etwa, warum sie die schwere Entscheidung traf, auf eigene Kinder zu verzichten. Dabei war Tamara Danz in den 1980er-Jahren schwanger!
Es war zu einer Zeit, als Silly gerade erfolgreich durchstartete. Ihr zweites Album „Mont Klamott“ erobert die Hitparaden der DDR. „Die Platte war ein Paukenschlag in der Rock- und Pop-Szene des Landes“, sagt Silly-Musiker Uwe Hassbecker.
„Mont Klamott“ wird 1983 in der DDR Album des Jahres. Auf der Platte sind nicht nur die ersten richtig großen Hits von Silly. Auch der neue Keyboarder Ritchie Barton ist auf der LP mit seinem musikalischen Können zu hören. 1981 kam er in die Band, spielte zuvor kurz bei City, der Band von Toni Krahl.
Tamara Danz und Ritchie Barton waren ein Liebespaar
Dass Ritchie Barton und Tamara Danz ein Liebespaar waren, blieb damals in der Öffentlichkeit ein Geheimnis. Die Silly-Frontfrau und der einstige City-Keyboarder hatten sich bei der Sendung „rund“ des DDR-Fernsehens kennengelernt. Es dauerte nicht lange, bis sich die beiden privat trafen. Dann ging es recht schnell. Ritchie zog in Tamaras Einzimmerwohnung im Prenzlauer Berg ein.
Etwas länger brauchte es, bis Ritchie Barton bei Silly einstieg. „Ich wollte es eigentlich nicht“, sagt er in der TV-Doku. Denn die Liebesbeziehung zwischen Tamara und ihm sollte keinen Einfluss auf die musikalische Arbeit von Silly haben.

Schließlich standen der Band nach dem Erfolg mit „Mont Klamott“ alle Türen offen. Das Nachfolgealbum „Zwischen unbefahrenen Gleisen“ war nicht nur bei der DDR-Staatsplattenfirma Amiga fest eingeplant.
Der Westberliner Musikproduzent und Fotograf Jim Rakete (Nena, Spliff) hatte vorab ein Demo der Platte erhalten, die deutsche Tochter der US-Plattenfirma CBS (Bruce Springsteen) zeigte sich an dem dritten Silly-Album sehr interessiert.
Tamara Danz: Keine Zeit für privates Glück
Zeit für ein privates Leben, für ein privates Glück schien nicht machbar. Jedenfalls nicht für Tamara Danz, die genau zu dieser Zeit von Ritchie Barton schwanger wurde. „Es war ihre Entscheidung, das Kind nicht austragen zu wollen“, sagt der Silly-Musiker heute. „Das hatte natürlich mehrere Gründe. Aber vor allem den Grund: Es ging nun gerade richtig los mit der Band, da kam die Schwangerschaft.“



