Ostern ist da – am Sonntag und am Montag feiern viele Menschen in ganz Deutschland das besondere Fest. Gutes Essen, frühlingshafte Deko und gut versteckte Ostereier bringen die Familien zusammen. Doch auch am Osterhasen nagt der Zahn der Zeit! Manche Dinge, die früher zum Osterfest gehörten, sind heute beinahe verschwunden oder haben sich sehr verändert. Wissen Sie noch, wie Ostern in der DDR gefeiert wurde? Wir zeigen Ihnen vier Dinge, die damals nicht fehlen durften!
Auch in der DDR gehörten Rituale zum Osterfest
Ostern ist ein Fest der Traditionen – und viele der Dinge, die man schon früher machte, gibt es auch heute. Osterhasen aus Schokolade werden im Garten versteckt, gekochte Hühnereier werden bunt gefärbt, die Wohnung mit kleinen Osterhasen dekoriert.
Auch in der DDR gehörten diese Rituale zum Osterfest – auch wenn sie damals teilweise noch etwas anders aussahen. Gut konserviert und aufgehoben sind viele Dinge vom Osterfest zu Honeckers Zeiten noch heute im DDR Museum Berlin.
Im Depot des Museums schlummern viele Oster-Schätze aus der DDR. Vom Papp-Osterei zum Erzgebirgs-Häschen, von der Eierfarbe bis zur Schokolade aus der DDR. Wir zeigen Ihnen vier Objekte, die damals zum Osterfest gehörten. Haben auch Sie noch schöne Erinnerungen an das Osterfest in der DDR – und finden Sie, dass es damals schöner war? Schicken Sie uns Ihre Meinung und Ihre Gedanken per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!

Osterhäschen aus dem Erzgebirge: Schmuck aus der DDR
Das Erzgebirge ist die Wiege der Holzkunst – das gilt vor allem beim Weihnachtsschmuck, aber auch bei der Osterdeko! In vielen Werkstätten der Region in Sachsen werden noch heute kleine Häschen aus Holz hergestellt und liebevoll bemalt. Eine Kunst, mit der die Osterdeko für ein paar Euro, die heute in manchen Billigläden verramscht wird, definitiv nicht mithalten kann!
Wer allerdings glaubt, dass der Holzschmuck in der DDR leicht zu bekommen war, der hat sich geirrt: Auch wenn das Zentrum der erzgebirgischen Volkskunst im Osten lag, wurde ein großer Teil der hier hergestellten Ware exportiert. Wer trotzdem rankommen wollte, brauchte Kontakte – und musste sich vielleicht auch auf das eine oder andere Tauschgeschäft einlassen. Denn in Zeiten der Mangelwirtschaft galt: Eine Hand wäscht die andere.

Eierfarben, Abziehbilder: So hübschte die DDR die Eier auf
Bunt bemalte und gestaltete Eier gehörten schon zu DDR-Zeiten zur Ostertradition. Heute geben sich viele allerdings weniger Mühe mit den Eiern. Zum einen, weil es gefärbte Eier fertig in vielen Supermärkten gibt – zum anderen, weil Methoden wie Plastik-Banderolen, die um die Eier geschlungen werden, die alten Techniken abgelöst werden.

Damals griff man noch verstärkt zur Eierfarbe, die unter anderem beim VEB Farb-Chemie in Quedlinburg hergestellt wurde. Auch bunte Abziehbilder, die es auf Bögen gab, wurden zum Verzieren der Eier genutzt. Das steckte noch richtig viel Handarbeit in der schönen Oster-Tradition, das Vorbereiten der Eier gehörte zu den Ritualen vor Ostern.

Pappeier aus der DDR sind heute wertvolle Schätze!
Diese XXL-Eier haben Kultstatus – denn sie waren perfekt dafür geeignet, kleinere Süßigkeiten zu verstecken. Heute werden die Pappeier aus der DDR allerdings kaum noch verwendet. Vielen dürften sie zu nostalgisch aussehen, doch bei Menschen, die damit aufwuchsen, wecken sie Erinnerungen an wunderschöne Osterfeste in der DDR-Zeit! Hergestellt wurden die Eier übrigens unter anderem im VEB Verpackungsmittel Ehrenfriedersdorf.
Beliebt waren sie auch, weil man sie jedes Jahr wieder verwenden konnte – damals ging man mit solchen Dingen einfach noch pfleglicher und sparsamer um. Doch weil der Trend zur Nachhaltigkeit geht, werden tatsächlich auch die Papp-Eier wieder beliebter. Heute werden sie auf Plattformen wie Ebay zu teilweise hohen Preisen verkauft – kleine Sets werden dort etwa für rund 50 Euro verkauft.

Schokolade in der DDR: Süßes gehörte ins Osternest
Kein Osternest ohne Schokolade – das galt schon in der DDR-Zeit und das gilt auch heute noch. Während heute schon Monate vorher Ostersüßigkeiten in den Supermärkten stehen und Osterhasen und bunte Eier in Massen zur Verfügung stehen, ging man in der DDR noch sparsamer damit um. Denn man wusste die besonderen Süßigkeiten zum Fest viel mehr zu würdigen.
Dass im Depot des DDR Museum Berlin noch heute ein Schokoladenhase liegt, ist deshalb etwas ganz Besonderes. Er wurde übrigens im VEB Süßwarenfabrik Bergland Niederoderwitz hergestellt, lief dort 1985 vom Band und kostete 6,55 Mark.

