Pappeier und Schokohasen

Erinnern Sie sich? Vier Gründe, warum Ostern in der DDR schöner war

Wie haben Sie zu DDR-Zeiten Ostern gefeiert? Noch heute erinnern im DDR Museum Berlin viele Objekte daran, wie man das Fest vor der Wende beging.

Author - Florian Thalmann
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Auch zu DDR-Zeiten wurde Ostern gefeiert - manche Dinge, die damals zur Tradition gehörten, sehen heute ein ganzes Stück anders aus.
Auch zu DDR-Zeiten wurde Ostern gefeiert - manche Dinge, die damals zur Tradition gehörten, sehen heute ein ganzes Stück anders aus.Illustration: Berliner KURIER, DDR Museum Berlin

Ostern ist da – am Sonntag und am Montag feiern viele Menschen in ganz Deutschland das besondere Fest. Gutes Essen, frühlingshafte Deko und gut versteckte Ostereier bringen die Familien zusammen. Doch auch am Osterhasen nagt der Zahn der Zeit! Manche Dinge, die früher zum Osterfest gehörten, sind heute beinahe verschwunden oder haben sich sehr verändert. Wissen Sie noch, wie Ostern in der DDR gefeiert wurde? Wir zeigen Ihnen vier Dinge, die damals nicht fehlen durften!

Auch in der DDR gehörten Rituale zum Osterfest

Ostern ist ein Fest der Traditionen – und viele der Dinge, die man schon früher machte, gibt es auch heute. Osterhasen aus Schokolade werden im Garten versteckt, gekochte Hühnereier werden bunt gefärbt, die Wohnung mit kleinen Osterhasen dekoriert.

Auch in der DDR gehörten diese Rituale zum Osterfest – auch wenn sie damals teilweise noch etwas anders aussahen. Gut konserviert und aufgehoben sind viele Dinge vom Osterfest zu Honeckers Zeiten noch heute im DDR Museum Berlin.

Im Depot des Museums schlummern viele Oster-Schätze aus der DDR. Vom Papp-Osterei zum Erzgebirgs-Häschen, von der Eierfarbe bis zur Schokolade aus der DDR. Wir zeigen Ihnen vier Objekte, die damals zum Osterfest gehörten. Haben auch Sie noch schöne Erinnerungen an das Osterfest in der DDR – und finden Sie, dass es damals schöner war? Schicken Sie uns Ihre Meinung und Ihre Gedanken per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!

Solche Häschen aus dem ERzgebirge sind noch heute beliebt, waren zu DDR-Zeiten aber nicht immer einfach zu bekommen.
Solche Häschen aus dem ERzgebirge sind noch heute beliebt, waren zu DDR-Zeiten aber nicht immer einfach zu bekommen.DDR Museum Berlin

Osterhäschen aus dem Erzgebirge: Schmuck aus der DDR

Das Erzgebirge ist die Wiege der Holzkunst – das gilt vor allem beim Weihnachtsschmuck, aber auch bei der Osterdeko! In vielen Werkstätten der Region in Sachsen werden noch heute kleine Häschen aus Holz hergestellt und liebevoll bemalt. Eine Kunst, mit der die Osterdeko für ein paar Euro, die heute in manchen Billigläden verramscht wird, definitiv nicht mithalten kann!

Wer allerdings glaubt, dass der Holzschmuck in der DDR leicht zu bekommen war, der hat sich geirrt: Auch wenn das Zentrum der erzgebirgischen Volkskunst im Osten lag, wurde ein großer Teil der hier hergestellten Ware exportiert. Wer trotzdem rankommen wollte, brauchte Kontakte – und musste sich vielleicht auch auf das eine oder andere Tauschgeschäft einlassen. Denn in Zeiten der Mangelwirtschaft galt: Eine Hand wäscht die andere.

Eierfarbe aus der DDR: Schon damals wurden zum OSterfest Eier bunt gefärbt. Dafür gab es spezielle Packungen mit Eierfarben, in denen oft auch Abziehbilder enthalten waren.
Eierfarbe aus der DDR: Schon damals wurden zum OSterfest Eier bunt gefärbt. Dafür gab es spezielle Packungen mit Eierfarben, in denen oft auch Abziehbilder enthalten waren.DDR Museum Berlin

Eierfarben, Abziehbilder: So hübschte die DDR die Eier auf

Bunt bemalte und gestaltete Eier gehörten schon zu DDR-Zeiten zur Ostertradition. Heute geben sich viele allerdings weniger Mühe mit den Eiern. Zum einen, weil es gefärbte Eier fertig in vielen Supermärkten gibt – zum anderen, weil Methoden wie Plastik-Banderolen, die um die Eier geschlungen werden, die alten Techniken abgelöst werden.

Auch solche Abziehbilder mit Ostermotiven waren in der DDR beliebt, sie konnten auf die Ostereier geklebt werden.
Auch solche Abziehbilder mit Ostermotiven waren in der DDR beliebt, sie konnten auf die Ostereier geklebt werden.DDR Museum Berlin

Damals griff man noch verstärkt zur Eierfarbe, die unter anderem beim VEB Farb-Chemie in Quedlinburg hergestellt wurde. Auch bunte Abziehbilder, die es auf Bögen gab, wurden zum Verzieren der Eier genutzt. Das steckte noch richtig viel Handarbeit in der schönen Oster-Tradition, das Vorbereiten der Eier gehörte zu den Ritualen vor Ostern.

Solche Pappeier wurden in der DDR verwendet, um kleine Süßigkeiten zu verstauen. Heute sind sie wieder in Mode, werden im Internet zu teilweise hohen Preisen verkauft.
Solche Pappeier wurden in der DDR verwendet, um kleine Süßigkeiten zu verstauen. Heute sind sie wieder in Mode, werden im Internet zu teilweise hohen Preisen verkauft.DDR Museum Berlin

Pappeier aus der DDR sind heute wertvolle Schätze!

Diese XXL-Eier haben Kultstatus – denn sie waren perfekt dafür geeignet, kleinere Süßigkeiten zu verstecken. Heute werden die Pappeier aus der DDR allerdings kaum noch verwendet. Vielen dürften sie zu nostalgisch aussehen, doch bei Menschen, die damit aufwuchsen, wecken sie Erinnerungen an wunderschöne Osterfeste in der DDR-Zeit! Hergestellt wurden die Eier übrigens unter anderem im VEB Verpackungsmittel Ehrenfriedersdorf.

Beliebt waren sie auch, weil man sie jedes Jahr wieder verwenden konnte – damals ging man mit solchen Dingen einfach noch pfleglicher und sparsamer um. Doch weil der Trend zur Nachhaltigkeit geht, werden tatsächlich auch die Papp-Eier wieder beliebter. Heute werden sie auf Plattformen wie Ebay zu teilweise hohen Preisen verkauft – kleine Sets werden dort etwa für rund 50 Euro verkauft.

Auch zu DDR-Zeiten gab es Osterhasen aus Schokolade. Dieser hier wurde 1985 im VEB Süßwarenfabrik Bergland hergestellt.
Auch zu DDR-Zeiten gab es Osterhasen aus Schokolade. Dieser hier wurde 1985 im VEB Süßwarenfabrik Bergland hergestellt.DDR Museum Berlin

Schokolade in der DDR: Süßes gehörte ins Osternest

Kein Osternest ohne Schokolade – das galt schon in der DDR-Zeit und das gilt auch heute noch. Während heute schon Monate vorher Ostersüßigkeiten in den Supermärkten stehen und Osterhasen und bunte Eier in Massen zur Verfügung stehen, ging man in der DDR noch sparsamer damit um. Denn man wusste die besonderen Süßigkeiten zum Fest viel mehr zu würdigen.

Dass im Depot des DDR Museum Berlin noch heute ein Schokoladenhase liegt, ist deshalb etwas ganz Besonderes. Er wurde übrigens im VEB Süßwarenfabrik Bergland Niederoderwitz hergestellt, lief dort 1985 vom Band und kostete 6,55 Mark.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ostern in der DDR? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com – wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!