Wer in der Wuhlheide Ruhe sucht, braucht in diesem Jahr Geduld. Seit Anfang April wird im Volkspark gebaut – und zwar ausgerechnet auf dem zentralen, asphaltierten Weg von der Treskowallee quer durch die Anlage. Genau dort, wo sonst besonders viele Spaziergänger und Radfahrer unterwegs sind, klafft nun eine lange Baustelle.
Baustelle zieht sich quer durch die Wuhlheide
Betroffen ist der wichtigste Zugang aus Karlshorst. Der Weg wird aufgerissen, Absperrungen bestimmen das Bild. Die Arbeiten sollen sich über rund sechs Monate ziehen und dauern nach aktuellem Stand bis Ende Oktober 2026. Für viele Stammgäste des Parks bedeutet das spürbare Einschränkungen.
Grund für die Baustelle ist ein Infrastrukturprojekt der NBB Netzgesellschaft Berlin‑Brandenburg. Das Unternehmen tauscht eine alte Erdgasleitung aus, die auf rund 1600 Metern Länge erneuert werden muss. Die neue Trasse verläuft entlang der Kastanienallee am Volkspark Wuhlheide.

Die neue Erdgasleitung wird direkt unter dem Rad‑ und Gehweg verlegt. Damit sollen größere Eingriffe in die Natur vermieden werden. „Durch den Trassenverlauf werden weitläufige Grünflächenbereiche in den Bezirken Treptow‑Köpenick und Lichtenberg von den Baumaßnahmen verschont“, teilt die NBB mit.
Zum Einsatz kommt dabei das sogenannte HDD‑Verfahren. Dabei handelt es sich um eine „vegetationsschonende, geschlossene Bauweise“. Leitungen werden unterirdisch verlegt, ohne die Oberfläche großflächig aufzugraben – etwa unter Straßen oder Wegen.
Europaradweg R1 wird monatelang umgeleitet
Ganz ohne Folgen bleibt das Projekt dennoch nicht. Für die Dauer der Bauarbeiten ist der Bereich für den Publikumsverkehr stark eingeschränkt. Besonders der beliebte Radverkehr ist betroffen.
Der Europaradweg R1, der von London über Berlin bis nach Moskau führt, ist im Abschnitt durch die Wuhlheide unterbrochen. Normalerweise verläuft er hier über die Kastanienallee. Wegen der Bauarbeiten müssen Radfahrer nun einen Umweg in Kauf nehmen.

Zwischen der Treskowallee und dem Kreuzungsbereich am Modellpark Berlin‑Brandenburg ist eine Umleitung ausgeschildert. Diese soll laut NBB bis zum Abschluss der Arbeiten Ende Oktober bestehen bleiben. Auch Fußgänger werden an der Baustelle vorbeigeführt.
Konzertgänger sind übrigens nicht von den Bauarbeiten betroffen: Die Parkbühne bleibt erreichbar. Die üblichen Anreisewege über die Straße An der Wuhlheide sowie vom S‑Bahnhof Wuhlheide sind von dieser Maßnahme nicht gesperrt oder aufgehoben.
Modellpark bleibt geschlossen
Der Modellpark Berlin‑Brandenburg ist theoretisch nicht von den Bauarbeiten betroffen, ist derzeit aber ohnehin geschlossen und wird auch das restliche Jahr über nicht mehr öffnen. Die bekannte Miniaturen‑Landschaft verschwindet jedoch nicht vollständig aus dem Stadtbild.
Nach Angaben des Modellparks werden die mehr als 80 Modelle aktuell gepflegt, poliert und auf Hochglanz gebracht. Dazu zählen bekannte Wahrzeichen wie Siegessäule, Gedächtniskirche und Fernsehturm, zwischen denen Besucher früher hindurchlaufen konnten.

Künftig sollen ausgewählte Modelle an anderen Orten gezeigt werden. „Statt darauf zu warten, dass Besucherinnen und Besucher zu ihnen kommen, gehen sie zu den Menschen“, kündigt der Modellpark an. Geplant sind Ausstellungen in öffentlichen Gebäuden, Einkaufszentren und anderen stark frequentierten Orten – auch abseits der Wuhlheide.


