Peinliche Aktion

Von wegen gutes Vorbild! Berliner Polizei-Azubi benimmt sich total daneben

Polizisten sollen Raser schnappen und nicht selbst gefährliche Fahrmanöver durchziehen. Das hat dieser Auszubildende wohl nicht verstanden.

Author - Sharone Treskow
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So dürfte die Aktion ungefähr ausgesehen haben: Ein Polizei-Azubi hat in Spandau „Donuts“ gedreht.
So dürfte die Aktion ungefähr ausgesehen haben: Ein Polizei-Azubi hat in Spandau „Donuts“ gedreht.KI-generierter Inhalt / Berliner Kurier

Polizisten sollten stets vorbildliches Verhalten zeigen – um als Exekutive auch authentisch zu sein. Doch ein Azubi bringt das Image der Berliner Polizei jetzt ins Wanken: Seine waghalsige und arrogante Aktion wirft die Frage auf, wie gut der Charakter unserer zukünftigen  Hauptstadt-Beschützer wirklich ist.

Polizeianwärter gibt mit gefährlicher Aktion an

Das ist passiert: Ein Polizeianwärter der Berliner Polizei hat am 19. Mai 2026 frühmorgens vor der Polizeiakademie in Ruhleben (Spandau) „Donuts“ gedreht. Dabei geht es nicht um das Gebäck, das Polizisten laut mancher US-amerikanischer TV-Serien so lieben, sondern um ein gefährliches Fahrmanöver.

Im Rennsport sind „Donuts“ erlaubt. Überall sonst sind sie einfach nur fahrlässig.
Im Rennsport sind „Donuts“ erlaubt. Überall sonst sind sie einfach nur fahrlässig.Tom Dubravec/Imago

Der Azubi heizte in seinem BMW mit durchdrehenden Reifen kreisförmig über den Asphalt, sodass es mächtig rauchte und deutliche Reifenspuren zurückblieben. Das Ganze fand zwar außerhalb seiner Dienstzeit statt, dennoch wurde der Mann von Kollegen gestoppt und identifiziert.

Ermittlungsverfahren gegen den Azubi läuft – verliert er seinen Job?

Die Polizei leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens ein. Zusätzlich prüft die Behörde disziplinarische Maßnahmen. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand, der Führerschein wurde zunächst nicht eingezogen – darüber entscheidet ein Gericht.

 Eingang zur Direktion 2 und zur Polizeiakademie in Ruhleben (Spandau).
Eingang zur Direktion 2 und zur Polizeiakademie in Ruhleben (Spandau).Kai-Uwe Heinrich TSP

Der Vorfall ist vor allem deshalb problematisch, weil er direkt vor der eigenen Ausbildungsstätte passiert ist und von einem angehenden Polizisten ausgeführt wurde. Auch außerhalb des Dienstes unterliegen Polizeikräfte einer sogenannten Wohlverhaltenspflicht: Sie müssen sich jederzeit so verhalten, dass das Ansehen ihres Berufs nicht beschädigt wird.

Genau dagegen verstößt solches Verhalten – es gilt als gefährlich, unnötig risikoreich und steht im klaren Widerspruch zu der Verantwortung, die Polizisten im Alltag tragen sollen.

Sogar die Gewerkschaft der Berliner Polizei ist sauer

Die Gewerkschaft steht fast immer hinter ihren Kolleginnen und Kollegen. Wenn es von dieser Seite mal Kritik hagelt, hat man wohl wirklich Mist gebaut. GdP-Sprecher Benjamin Jendro ordnet die Aktion so ein: „Das ist schon ein ziemlich sinnfreies Verhalten eines Einzelnen, durch den unser kompletter Nachwuchs diskreditiert wird. Auch mit Blick auf die Tausenden tollen Azubis und Studis darf das nicht folgenlos bleiben.“

Archivbild von 2017 von der Vereidigung der Berufsanfänger bei der Polizei Berlin.
Archivbild von 2017 von der Vereidigung der Berufsanfänger bei der Polizei Berlin.Bernd von Jutrczenka/dpa

„Selbst wenn keine anderen Personen auf dem Parkplatz gefährdet wurden, zeugt das nicht unbedingt von entsprechender Reife und Grundeinstellung, die wir zu Recht von unseren Kolleginnen und Kollegen in der Hauptstadtpolizei erwarten.“ Die Akademieleitung habe sehr deutlich gemacht, dass man ein solches Verhalten nicht tolerieren kann und entsprechende Maßnahmen prüft.

Klare Worte zum Abschluss: „Dem wollen wir nicht vorgreifen und natürlich bekommt der junge Kollege die Chance, dieses wirklich dämliche Machogehabe zu erklären. Wir brauchen aber keine Ausredenkünstler, die sich mit PS-Boliden unterm Hintern zur Schau stellen wollen, sondern Menschen, die große Verantwortung übernehmen und bereit sind, die Sicherheit dieser Stadt zu gewährleisten.“

Halb so wild oder total daneben – wie ist Ihre Meinung zu dem Vorfall? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.