Eine klare Mehrheit der Deutschen  wünscht sich eine Fortsetzung des 9-Euro-Tickets im Regionalverkehr.nd Regionalverkehr.
Eine klare Mehrheit der Deutschen  wünscht sich eine Fortsetzung des 9-Euro-Tickets im Regionalverkehr.nd Regionalverkehr. dpa/Arne Dedert

Noch einmal kommen wir im Genuss des 9-Euro-Tickets. Für den August gibt es den Billigfahrschein vorerst zum letzten Mal, mit dem jeder im Regional-Nahverkehr bundesweit fahren kann, wohin er will. Die Berliner können mit dem Ticket  bei Fahrten durch die Innenstadt sogar kostenlos ihren Hund mitnehmen. Alle hoffen auf eine Fortsetzung des 9-Euro-Tickets. In der Politik wird über Nachfolgelösungen derzeit diskutiert. Doch dagegen motzen nun die Bahngewerkschaften: Den Nahverkehr darf es nicht für umsonst geben!

Eine Verlängerung des 9-Euro-Tickets stößt bei den Bahngewerkschaften auf Widerstand. „Das 9-Euro-Ticket kann so nicht fortgeführt werden“, sagte der Vizevorsitzende der Gewerkschaft EVG, Martin Burkert, am Donnerstag. „Die Belegschaft hat die Belastungsgrenze erreicht und teilweise überschritten.“ Angesichts dieser Überlastung könne das Ticket nicht verlängert werden.

GDL-Chef gegen 9-Euro-Ticket: „Wir sind völlig überlastet“

Ähnlich äußerte sich die Lokführergewerkschaft GDL. Mit dem Ticket, das eigentlich Pendler entlasten solle, habe man zusätzliche Anstürme von Reisenden auf die Bahn gebracht, sagte GDL-Chef Claus Weselsky im RBB-Inforadio. „Das tut dem System nicht gut, weil es sowieso schon auf Verschleiß gefahren wird. Jetzt sind wir zusätzlich noch völlig überlastet.“

Claus Weselsky, Chef der Eisenbahngewerkschaft GDL ist gegen die Fortführung des 9-Euro-Tickets: „Wir tun so, als wäre Nahverkehr umsonst.“
Claus Weselsky, Chef der Eisenbahngewerkschaft GDL ist gegen die Fortführung des 9-Euro-Tickets: „Wir tun so, als wäre Nahverkehr umsonst.“ imago-images/Mauersberger

Unterschiedliche Haltungen haben die Gewerkschaften zur Preisgestaltung. EVG-Vizechef Burkert sagte: „Langfristig wollen wir, dass der ÖPNV kostenlos wird. Vorher müssen jedoch zuerst das Angebot und die Kapazitäten flächendeckend ausgebaut werden.“ Dagegen sagte Weselsky: „Wir verhökern hier etwas. Wir tun so, als wäre Nahverkehr umsonst.“ Es müsse ein bundesweites Nahverkehrsticket zu einem vernünftigen Preis geben.

Das 9-Euro-Ticket gilt noch jetzt für die letzten Juli-Tage und August und ermöglicht bundesweit Fahrten im Nahverkehr für je einen Monat. In Berlin gibt es die Fahrscheine an jedem Fahrkartenautomaten der BVG und der S-Bahn oder über Apps.

Bund und Länder diskutieren über eine Nachfolgeregelung. So gibt es Vorschläge für eine 69-Euro-Monatsfahrkarte oder ein 365-Euro-Ticket fürs ganze Jahr. Während Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) auf die Verantwortung der Länder für den Nahverkehr hinweist, wollen diese mehr Geld vom Bund.