ICE an einem Bahnsteig. (Symbolbild)
ICE an einem Bahnsteig. (Symbolbild) imago/Ralph Peters

Kaum zu glauben ist solch ein Leichtsinn. Da setzt sich eine junge Frau beim Warten auf ihren Zug an die Bahnsteigkante, lässt die Beine ins Gleis baumeln und schlägt seelenruhig ein Buch auf, um sich die Zeit zu vertreiben. So jedenfalls berichtet die Bundespolizei am Donnerstag von einem Vorfall in Burg in Sachsen-Anhalt, der sich Mittwochabend zugetragen hat.

Und dann hatte die 25-Jährige wohl gleich mehrere Schutzengel, als ein ICE heranbrauste. Der Lokführer des einfahrenden Zuges gab ein Warnsignal ab und leitete eine Gefahrenbremsung ein, als er die Frau sah. Die 25-Jährige hörte das Signal, versuchte noch aufzustehen, schaffte es aber nicht rechtzeitig. Der Zug erfasste die Frau mit einer Geschwindigkeit von 150 Kilometer pro Stunde, nur etwas langsamer als vor der Bremsung.

Vom ICE angefahren – stark blutende Wunde am Fuß

Nach Angaben der Polizei wurde die Frau mit einer stark blutenden Wunde am Fuß in ein Krankenhaus gebracht. Der Zug mit rund 550 Passagieren an Bord kam erst nach 400 Metern zum Stehen und blockierte einen Bahnübergang. Verletzt wurde im Zug niemand. Die Strecke war für knapp zwei Stunden gesperrt. Es kam bei zwölf Zügen zu Verspätungen, davon bei fünf Fernzügen.

Gegen die 25-Jährige wird nun unter anderem wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Die Bundespolizei wies darauf hin, dass solche Handlungen lebensgefährlich sein können. Einfahrende Züge näherten sich fast lautlos. Auch ginge von ihnen eine enorme Sogwirkung aus. Laut Polizei handelte es sich um einen umgeleiteten Zug von Amsterdam nach Berlin.