Blutige Nacht

Schüsse in Berlin-Schöneberg: Mann schwer verletzt – Täter auf der Flucht

Nachts fallen mehrere Schüsse in der Ebersstraße. Ein 38-Jähriger wird getroffen und ins Krankenhaus gebracht.

Author - Tobias Esters
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Die Polizei sichert in der Nacht den Tatort in der Ebersstraße in Schöneberg. Mehrere Einsatzfahrzeuge sperren die Straße nach den Schüssen ab.
Die Polizei sichert in der Nacht den Tatort in der Ebersstraße in Schöneberg. Mehrere Einsatzfahrzeuge sperren die Straße nach den Schüssen ab.Axel Billig/Pressefoto Wagner

Berlin-Schöneberg wurde in der Nacht zum Schauplatz eines Gewaltverbrechens. Gegen Mitternacht rückten Polizei und Rettungskräfte in die Ebersstraße aus, nachdem Schüsse gefallen waren. Vor Ort fanden die Einsatzkräfte einen 38 Jahre alten Mann, der durch mehrere Treffer im Unterkörper verletzt worden war.

Täter flüchtet nach Schüssen vom Tatort

Der Mann wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht und wird dort medizinisch versorgt. Wie ein KURIER-Reporter berichtet, besteht nach aktuellem Stand keine Lebensgefahr.

Zeugen schilderten, dass unmittelbar nach den Schüssen ein Fahrzeug vom Tatort davonraste. Das schreibt die Polizei auf X. Von dem Täter oder möglichen weiteren Insassen fehlt bislang jede Spur. Die Polizei leitete umgehend Fahndungsmaßnahmen ein.

Am Tatort sicherten Beamte der Kriminaltechnik Spuren und untersuchten die Umgebung. Auch der Kriminaldauerdienst der Direktion 4 übernahm noch in der Nacht die Ermittlungen. Hinweise auf den genauen Ablauf oder ein mögliches Motiv liegen derzeit nicht vor.

Rettungskräfte und Polizei im Großeinsatz. Ein verletzter Mann wurde nach den Schüssen noch in der Nacht ins Krankenhaus gebracht.
Rettungskräfte und Polizei im Großeinsatz. Ein verletzter Mann wurde nach den Schüssen noch in der Nacht ins Krankenhaus gebracht.Axel Billig/Pressefoto Wagner

In den vergangenen Wochen war es in Berlin immer wieder zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Erst vor kurzem wurde in Wilmersdorf ein Mann nach einem Streit vor einem Massagesalon angeschossen und schwer verletzt. Auch dort flüchtete der Täter unerkannt.

Und auch in Kreuzberg wurde vergangene Woche in der Graefestraße ein 23-Jähriger von mehreren Schüssen getroffen und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Gewerkschaft der Polizei warnt vor zunehmender Waffengewalt

Nach der erneuten Schießerei in Berlin werden kritische Stimmen laut. Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei findet deutliche Worte zur aktuellen Entwicklung in der Hauptstadt.

„Täglich grüßt das Murmeltier, und so traurig es klingt. In Berlin vergeht kaum eine Nacht, in der nicht irgendjemand zur Schusswaffe greift“, sagt Jendro. Wer auf offener Straße mehrfach schieße, gebe keine Warnung ab, sondern nehme bewusst in Kauf, Menschen schwer zu verletzen oder sogar zu töten.

Aus Sicht der Gewerkschaft sei seit Längerem eine zunehmende Bewaffnung in bestimmten Milieus zu beobachten. Immer häufiger würden private Konflikte oder Auseinandersetzungen im kriminellen Umfeld mit Schusswaffen ausgetragen.