Wer in Berlin lebt und im Sommer nach Abkühlung sucht, muss nicht weit fahren. Rund zwei Autostunden nördlich der Hauptstadt wartet ein Gewässer, das mit seinem glasklaren Wasser an einen norwegischen Fjord erinnert – der Schmale Luzin in der Feldberger Seenlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Der See gilt als Schönheitskönig der Region und zieht Naturliebhaber, Wassersportler und Ruhesuchende gleichermaßen an.
Das Wasser ist so klar, dass Taucher bis in die Tiefe blicken
Der Schmale Luzin schlängelt sich auf rund sieben Kilometern Länge durch bewaldete Hügel. An seiner engsten Stelle misst er nicht einmal 50 Meter. Grüne Steilufer rahmen das Gewässer ein, das als sogenannter „Himmelssee“ überwiegend durch Regenwasser gespeist wird. Lediglich ein einziger Zufluss verbindet ihn mit dem benachbarten Breiten Luzin. Weil Motorboote nur eingeschränkt zugelassen sind, herrscht auf dem Wasser oft eine fast unwirkliche Stille.
Besonders beeindruckend ist die Sichttiefe: An vielen Stellen kann man mehrere Meter tief ins Wasser schauen. Das macht den See zu einem Hotspot für Taucher und Schnorchler. Aber auch Schwimmer und Angler kommen auf ihre Kosten – die Gewässer der Region sind für ihren Fischreichtum bekannt.

Die Feldberger Seenlandschaft rund um den Schmalen Luzin umfasst mehr als 60 Seen und ausgedehnte Buchenwälder. Große Teile stehen unter Natur- oder Landschaftsschutz, weshalb sich hier seltene Tier- und Pflanzenarten erhalten haben. Wer Glück hat, beobachtet Seeadler oder Fischadler über dem Wasser. Neben Kanutouren bietet die Region auch beste Bedingungen zum Radfahren und Wandern entlang der Ufer.
Eine der letzten handbetriebenen Seilfähren Europas verkehrt hier
Wer den See besuchen will, parkt am besten auf dem Waldparkplatz am südlichen Ortsrand von Feldberg. Von dort führen ein Serpentinenweg oder 105 Treppenstufen hinunter zur Luzinhalle am Seeufer. Dort gibt es einen Café-Imbiss, einen Bootsverleih und einen Fähranleger. In der Saison legt alle halbe Stunde die Luzinfähre ab und setzt zum gegenüberliegenden Ufer am Hullerbusch über. Der kleine Kahn gehört zu den letzten handbetriebenen Seilfähren Europas. Die Feldberger bauten die Konstruktion 1977 selbst zusammen. Zuvor wurden die Fahrgäste über 70 Jahre lang über den See gerudert.

So kommen Berliner am schnellsten zum Schmalen Luzin
Mit dem Auto erreicht man den See über die A11 oder die B96 in rund zwei Stunden. Wer lieber mit der Bahn fährt, nimmt vom Hauptbahnhof einen Regionalzug nach Neustrelitz und steigt dort am Busbahnhof in einen Bus Richtung Feldberger Seenlandschaft um. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert die Anreise allerdings gut vier Stunden – früh losfahren lohnt sich also.


