Die Hoffnung vieler Berliner Feinschmecker lebt wieder: Die traditionsreiche Marke Rogacki, für viele untrennbar mit Charlottenburger Genusskultur verbunden, soll ein Comeback feiern und die Produkte könnten bald sogar in Supermärkten verkauft werden. Nachdem im vergangenen Jahr erst der Firmenchef Dietmar Rogacki (†68) gestorben war und die Schließung und Insolvenz der Berliner Marke folgten, kündigt Investor Daniel-Jan Girl (45) nun einen Neustart an.
Berliner Feinkost-Legende plant Comeback bis 2028
Das vergangene Jahr hatte das einstige Berliner Kult-Feinkost-Imperium schwer getroffen. Im Mai 2025 kam Unternehmenschef Dietmar Rogacki (68) bei einem Feuer in seiner Villa in Staaken ums Leben. Nur wenige Wochen später geriet auch das Unternehmen in wirtschaftliche Not. Am 21. Juli meldete die Firma nach fast 100-jährigem Bestehen Insolvenz an.
Für viele Berliner schien damit ein Stück Stadtgeschichte verloren zu gehen. Doch nun gibt es neue Pläne. Unternehmer Daniel-Jan Girl, früher unter anderem als IHK-Chef bekannt, hat sich die Markenrechte sowie die überlieferten Rezepte gesichert und will Rogacki neu aufstellen. Dazu gründete er inzwischen die Rogacki Deutschland Holding GmbH.
Gegenüber der B.Z. sagte Girl: „2028 werden wir ein neues Stammhaus Rogacki eröffnen. Zum 100. Jubiläum der Traditionsmarke.“ Fest steht jedoch, dass das frühere Geschäft an der Wilmersdorfer Straße nicht mehr öffnen wird. Jahrzehntelang war der Standort eine Institution in Charlottenburg.
Bis zur großen Neueröffnung 2028 sollen Berliner allerdings nicht auf Rogacki-Spezialitäten verzichten müssen. Bereits in den kommenden Wochen soll es erste Angebote geben. Ob diese in Berliner Supermärkten angeboten werden, ist bislang noch nicht klar. Für einen startenden Verkauf wäre dies aber eine gute Möglichkeit.

Auch ein Hinweis darauf: Auf der Website der PR-Agentur Macheete sagte Girl: „Rogacki ist für Berlin kein gewöhnliches Unternehmen, es ist ein Stück Identität. Mit tiefem Respekt vor der fast 100-jährigen Geschichte treten wir ab jetzt in diese großen Fußstapfen. Doch Tradition bedeutet für uns Bewegung: Bevor wir zum 100. Geburtstag die Türen des neuen Stammhauses öffnen, werden wir Rogacki an vielen Orten der Stadt wieder lebendig werden lassen.“
Trotzdem soll Rogacki dem Bezirk treu bleiben: Nach Angaben von Girl wolle man unbedingt in Charlottenburg-Wilmersdorf bleiben. Zur Begründung sagte Daniel-Jan Girl der B.Z.: „Wir planen einen anderen Standort für das Haupthaus.“ Weiter erklärte er, die bisherige Immobilie sei „schwierig“, befinde sich in der „Zwangsvollstreckung“. Auch das direkte Umfeld habe sich nicht so entwickelt, wie es für ein hochwertiges Feinkostgeschäft nötig wäre.

So kündigte Girl gegenüber der B.Z. an: „Im Frühsommer veröffentlichen wir ein Kochbuch mit vielen tollen Rogacki-Rezepten, die von Prominenten vorgestellt, nachgekocht und in Szene gesetzt werden.“ Darüber hinaus sollen ausgewählte Produkte bald wieder im Handel, online sowie an mehreren Standorten in Berlin erhältlich sein. Konkrete Orte nannte der Investor bislang noch nicht.
Rogacki-Erbe wird mit modernem Berlin verbunden
Der Neustart soll offenbar mehr werden als nur eine nostalgische Wiederbelebung. Die Marke soll modernisiert und gleichzeitig ihrem Ursprung treu bleiben. Girl sagte dazu der B.Z.: „Wir haben Konzepte entwickelt, die das Rogacki-Erbe mit dem modernen Berlin verbinden. Jetzt geht es um die Bulette, ob die Berliner das auch annehmen. Es wird spannend.“
Viele Berliner dürften genau das hoffen: dass Rogacki zurückkehrt mit alten Klassikern und einem neuen Kapitel für die Hauptstadt.


