Knackig

Supermarkt unten, Salatfarm oben – REWE eröffnet Berlins schönsten  Salat-Tempel

Kurze Wege und ein nachhaltiges Kreislaufsystem, REWE erfindet in Berlin den Supermarkt neu.

Author - Stefanie Hildebrandt
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Salat vom Dach gibt es ab dem Sommer in diesem Berlin Rewe Markt.
Salat vom Dach gibt es ab dem Sommer in diesem Berlin Rewe Markt.Christoph Große

Berlin bekommt ein neues Wahrzeichen der Nachhaltigkeit: In der Malteserstraße eröffnete am 21. Mai 2026 der erste REWE Green Farming Markt der Hauptstadt – ein Supermarkt, der Landwirtschaft und Einkauf unter einem Dach vereint. Oder genauer: unter einem Dach, auf dem Salat wächst.

Salat aus Berlin für Berlin

Was futuristisch klingt, soll schon bald Alltag für die Lankwitzer werden. Denn über der hölzernen Markthalle ist  Deutschlands größte Dachfarm entstanden, betrieben vom Berliner Unternehmen ECF Farmsystems. Ab Sommer wächst dort der sogenannte Lankwitzer Pflücksalat, nur wenige Meter über den Köpfen der Kundschaft.

Viel Holz und viel Platz gibt es in diesem Supermarkt der Zukunft
Viel Holz und viel Platz gibt es in diesem Supermarkt der ZukunftChristoph Große

REWE setzt mit dem neuen Markt auf ein Konzept, das weit über energiesparende Gebäude hinausgeht. „Mit REWE Green Farming entwickeln wir unsere Green Building-Strategie weiter und verbinden kreislauffähiges Bauen mit urbanem Lebensmittelanbau“, sagt Peter Maly, Vorstand der REWE Group.

Das Herzstück des neuen Marktes ist Holz. Die gesamte Markthalle besteht aus einem modularen Holzbau, der CO₂ speichert und der später demontiert und wiederverwendet werden kann.

Auch der Betrieb folgt einem geschlossenen Kreislauf: mit der Abwärme aus dem Markt, einer Wärmepumpe und Regenwasser aus einer Zisterne sollen optimale Wachstumsbedingungen auf dem Dach erzegt werden. Maly ist überzeugt, dass diese Bauweise bald Standard wird. Weitere Märkte dieser Art sind bereits in Planung.

Frischer geht es nicht. Der Salat hat nur wenige Meter Transport hinter sich, bevor er im Einkaufswagen landet.
Frischer geht es nicht. Der Salat hat nur wenige Meter Transport hinter sich, bevor er im Einkaufswagen landet.Stefan Deutsch

Der Lankwitzer Pflücksalat ist eine Mischung aus Kopfsalat, Römersalat, Lollo Rosso und dunkelgrünem Easy Leaf. Angebaut wird er hydroponisch, also fast ohne Erde. Die Pflanzen stehen auf speziellen Trays, die mehrmals täglich mit einer Nährlösung geflutet werden.

„Der Salat wächst in einem vollautomatisierten Prozess“, erklärt ECF-Geschäftsführer Nicolas Leschke. Nach der Ernte wird er direkt im Markt verarbeitet, verpackt und verkauft.

Bis zu 900.000 Salatmischungen pro Jahr sollen auf dem Dach entstehen – genug, um rund 500 REWE-Märkte in der Hauptstadtregion zu beliefern.

Salat-Tempel in Berlin

Auch das Gebäude an sist optisch und nachhaltig wegweisend: Im Inneren des neuen Marktes dominiert Holz den Raum. 72 Säulen aus gestapelten Balken tragen die sieben Meter hohe Halle. Verkleidet wird hier nichts – das Naturmaterial bleibt sichtbar und prägt die Atmosphäre.

Für Architekt Friedrich Ludewig vom Büro ACME ist der Berliner Markt ein Meilenstein: „Der Markt ist das Ergebnis von zehn Jahren gemeinsamer Arbeit. REWE Green Farming ist eine Markthalle für das 21. Jahrhundert, die Frische und lokale Produkte zelebriert.“

Energiesparender Supermarkt

REWE experimentiert seit 2009 mit energiesparenden Gebäuden: Green Buildings. 2021 entstand in Wiesbaden der erste vollständig kreislauffähige Markt. Berlin ist nun der Startpunkt für die Serienproduktion des neuen Bautyps.

„Unsere neuen Green Buildings zeigen, wie die Zukunft des Bauens aussehen muss“, sagt Klaus Wiens, Head of Filialbau. „Kreislauffähig, mit der richtigen Materialwahl und immer mit Blick auf die Umweltauswirkungen.“

Ein Berliner übernimmt das Ruder

Felisx Thomas übernimmt den neuen Rewe Markt
Felisx Thomas übernimmt den neuen Rewe MarktRewe

Mit Felix Thomas führt ein echter REWE-Aufsteiger den neuen Markt. Der 39-Jährige arbeitet seit 15 Jahren im Unternehmen und erfüllt sich mit der Selbstständigkeit einen Traum.

„Der Markt in der Malteserstraße ist ein besonderer Standort, den ich zusammen mit meinem Team mit Leben füllen möchte“, sagt er. 55 Mitarbeitende beschäftigt er bereits – und will ihnen Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Wünschen Sie sich mehr solcher Supermärkte? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com