Wer am Montag dringend Medikamente braucht, sollte besser vorbereitet sein: In Berlin und Brandenburg bleiben am 23. März viele Apotheken geschlossen. Hintergrund ist ein bundesweiter Protest der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, wie der Berliner Apotheker-Verein mitteilt.
20 Prozent der Apotheken mussten schließen
Mit der Schließung wollen die Apotheker Alarm schlagen und auf ihre existenzielle Krise hinweisen. „Wer die Vor-Ort-Apotheken weiter wirtschaftlich ausbluten lässt, gefährdet die flächendeckende, sichere und schnelle Arzneimittelversorgung für Bürgerinnen und Bürger“, sagte Anke Rüdinger, Vorsitzende des Berliner Apotheker-Vereins.
Hintergrund: Das Honorar für die Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente ist nach Angaben des Vereins seit 13 Jahren unverändert. Gleichzeitig sind die Kosten massiv gestiegen.

Wo bekommen Patienten am Montag Medikamente?
Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) Thomas Preis führt dazu aus: „Die Situation unserer Apotheken und somit die Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung der Menschen in Deutschland ist schon seit Jahren angespannt. Denn die letzte Honorarerhöhung für die Apotheken hat es vor 13 Jahren gegeben – obwohl die Betriebskosten im selben Zeitraum um mehr als 65 Prozent angestiegen sind! Mit unserem Protest-Tag wollen wir die Gesellschaft auf diese untragbare Situation aufmerksam machen.“
Die Konsequenzen sind bereits sichtbar. In Berlin hat rund jede fünfte Apotheke in den vergangenen 13 Jahren aufgegeben. Eine Entwicklung, die sich nach Einschätzung der Verbände weiter beschleunigen könnte.
Für Patienten bedeutet der Protesttag am Montag, 23. März, konkret: Wer nicht akut auf Medikamente angewiesen ist, sollte Rezepte möglichst vor Montag einlösen – oder bis Dienstag warten. In dringenden Fällen bleiben Notdienst-Apotheken geöffnet und sichern die Versorgung.
Zum Protest-Tag gehören neben den bundesweiten Apothekenschließungen auch vier zentrale Kundgebungen und Demonstrationen in Berlin, München, Düsseldorf und Hannover. Die Apotheker wollen damit ein deutliches Signal senden und die Politik zum Handeln zwingen.


