Schock für Eltern und Schüler in Berlin: Am Sonntag verbreitete sich eine Anschlagsdrohung über mehrere Messenger-Dienste im Netz. Bei der Polizei steht das Telefon nicht still, im Netz schreiben besorgte Eltern. Am Abend meldete sich dann die Polizei zu Wort, stufte die Ankündigung als nicht ernst ein.
Terrorist will Kinder töten: Drohung macht im Netz die Runde
Die Anschlagsankündigung sei über Messenger-Dienste im Netz verbreitet worden – und habe sich gegen rund 20 Berliner Schulen gerichtet. Auf Facebook verbreitete sich die Meldung ebenfalls. Es handelt sich dabei offenbar um eine Nachricht, die gezielt in verschiedenen Gruppen gestreut wurde. Der unbekannte Absender schreibt: „Hallo, ich habe den Kanal eines Terroristen gesehen, der plant, Kinder in Berlin zu töten.“ Bei der Polizei sind deshalb über den Notruf mehr als 900 Anrufe besorgter Eltern und Schüler eingegangen, erklärt ein Sprecher.
In einem Beitrag, der sich rasend schnell verbreitete, bezeichnet sich der Autor als „treuer Krieger des Kalifats“. „Berlin, du Schlampe, du wirst brennen“, schreibt er, „wir hassen dich“. Und weiter: „Die Tränen der Mütter und Kinder werden ewig fließen.“ Dazu wird das Bild einer Waffe gezeigt. Nachrichten wie diese richteten sich auch gezielt an Berliner Schulen, die Namen wurden auf Facebook auch veröffentlicht.
Verbunden wurde eine der Nachrichten auch mit der Aufforderung, diese an möglichst viele Lehrer weiterzuleiten. Dazu gibt es einen Link, der zu einem Telegram-Kanal führt. Wer hinter den Nachrichten steckt, ist allerdings unklar. Der Hinweis sei der Polizei seit Sonntagnachmittag bekannt, sagte ein Sprecher der Behörde.

Es gibt zahlreiche Reaktionen im Netz auf den Hinweis der Polizei. Von einem Vater heißt es: „Mein Sohn hat mir das Video mit der Drohung gezeigt; er hat Angst, und seine Klassenkameraden auch. Sie werden morgen nicht zur Schule gehen. Ich habe auch Angst. Bitte unternehmen Sie etwas.“
Polizei ermittelt wegen Störung des öffentlichen Friedens
Beamte kontrollierten noch in der Nacht verstärkt vor in den Drohschreiben genannten Schulen, die Anschlagsdrohung sei laut Polizei aber nicht ernst zu nehmen.
Nach fortlaufender Lageeinschätzung, bitten wir Sie weiterhin darum, folgende ℹ️ zu beachten:
— Polizei Berlin (@polizeiberlin) November 17, 2025
❗️ Hinweise auf Gefährdungen oder konkrete Bedrohungen liegen uns nicht vor. ❗️
❕ Der Schulbetrieb findet regulär statt.
❕ Unsere Einsatzkräfte sind präsent im Stadtgebiet und wie… https://t.co/6di5kiP5Qc
Die Polizei weist darauf hin, dass der Schulbetrieb regulär stattfindet. Aufgrund der viralen Wirkung wollen die Beamten aber ihre Präsenz verstärken. Polizisten werden im Nahbereich von Schulen präsent sein, um gegebenenfalls schnell auf Vorfälle reagieren zu können, heißt es. Präventionskräfte werden an verschiedene Schulen geschickt, um Schulleitungen Kommunikationsangebote zu machen.
Die Berliner Polizei ermittelt jetzt wegen Störung des öffentlichen Friedens – durch eine Androhung von Straftaten. Die Ermittler prüfen, wer hinter der Verbreitung der Nachricht steckt.





