Autofahrer und Anwohner im Bötzowviertel müssen sich in den Sommerferien auf erhebliche Einschränkungen einstellen: Ab dem 29. Juli wird die Hufelandstraße für rund fünf Wochen abschnittsweise für den Kfz-Verkehr gesperrt. Betroffen sind auch die Kreuzungsbereiche an Esmarchstraße, Bötzowstraße und Hans-Otto-Straße.
Kopfsteinpflaster wird abgeschliffen
Hinter der Sperrung steckt die nächste Etappe beim Umbau der Hufelandstraße zur Fahrradstraße – ein Projekt, das bereits im vergangenen Herbst mit den Schleifarbeiten am Kopfsteinpflaster begonnen hatte.
Parkplätze fallen vorübergehend weg
Während der Bauzeit können die Stellplätze entlang der Hufelandstraße nicht genutzt werden. Das gilt auch für die dort befindlichen Carsharing-Ladesäulen. Nach Abschluss einzelner Bauabschnitte sollen die Flächen nach und nach wieder freigegeben werden.
Erreichbar bleiben hingegen die Tiefgaragen. Auch Rettungsdienste, Feuerwehr, Müllabfuhr und Lieferverkehr sollen weiterhin durch die Straße kommen.
Jetzt bekommt die Fahrradstraße ihr neues Gesicht

Nachdem bereits große Teile des Kopfsteinpflasters geglättet wurden, stehen nun die letzten Arbeiten an. Auf dem mehr als 600 Meter langen Abschnitt zwischen Greifswalder Straße und Am Friedrichshain werden weitere Pflasterflächen geschliffen und Übergänge zu den Parkstreifen nachbearbeitet.
Anschließend erhält die Straße ihr neues Erscheinungsbild: Fahrrad-Piktogramme werden aufgebracht, Kreuzungsbereiche rot markiert, Verkehrszeichen montiert und neue Fahrradbügel installiert. Zudem entstehen fünf ausgewiesene Liefer- und Ladezonen, die unter anderem von Gewerbetreibenden, Handwerkern und Anwohnern genutzt werden können.
Mehr Sicherheit, weniger Konflikte
Mit dem Umbau, der von Infravelo verantwortet wird und 600 000 Euro kostet, verfolgt Berlin vor allem ein Ziel: Die wichtige Radverbindung durch den Prenzlauer Berg soll sicherer werden.
Künftig sorgen Rotmarkierungen an Kreuzungen und Einmündungen für bessere Sichtbarkeit. Zusätzliche Fahrradbügel verbessern die Sichtbeziehungen an Querungsstellen. Gleichzeitig hofft man auf weniger Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern, weil Radler häufiger auf der Fahrbahn statt auf dem Gehweg unterwegs sein werden.

Auch der Autoverkehr soll abnehmen. Autofahrer bleiben aber nicht komplett ausgesperrt
Trotz des Namens wird die Hufelandstraße keine reine Radfahrerzone. Sie wird künftig als Fahrradstraße mit dem Zusatz „Anlieger frei“ ausgeschildert. Wer dort wohnt, einkauft, eine Praxis besucht oder ein anderes berechtigtes Anliegen hat, darf weiterhin einfahren.
Für alle Verkehrsteilnehmer gilt Tempo 30. Radfahrer haben Vorrang und dürfen nebeneinander fahren.
Wissenschaftler begleiten das Projekt
Insgesamt werden rund 3700 Quadratmeter Kopfsteinpflaster bearbeitet – das entspricht mehr als einem halben Fußballfeld. Begleitend zum Umbau wird untersucht, wie sich die neue Oberfläche auf Fahrkomfort, Griffigkeit und Lärmentwicklung auswirkt. Außerdem soll ausgewertet werden, wie intensiv die Fahrradstraße künftig genutzt wird. Die Ergebnisse dieser Begleituntersuchung werden für Herbst 2026 erwartet.
Für die Anwohner heißt das zunächst: Baustelle statt freie Fahrt. Nach den Sommerferien soll die Hufelandstraße dafür weitgehend zur neuen Fahrradachse im Prenzlauer Berg geworden sein.


