Berlins Ex-Regierender

Nicht ohne roten Schal: Warum Walter Momper ohne Ausweis auskommt

Mit seinem roten Schal wurde der 79-Jährige einst berühmt. Jetzt verrät der Ex-Bürgermeister, dass er sein Markenzeichen auf Anfrage fast immer hervorzaubern kann.

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Immer gut auf Fotos zu erkennen: Walter Momper mit rotem Schal und der damalige Bundespräsident  Richard von Weizsäcker beim Bad in der Menschenmenge nach dem Mauerfall im November 1989.
Immer gut auf Fotos zu erkennen: Walter Momper mit rotem Schal und der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker beim Bad in der Menschenmenge nach dem Mauerfall im November 1989.Photothek/imago

„Lieber einen roten Schal als rote Socken“, war Anfang der 90er einer seiner Wahlslogans. Mit seinem roten Schal wurde Walter Momper (79) einst berühmt. Und der rote Schal ist bis heute sein Markenzeichen geblieben. Der Ex-Regierende Bürgermeister hat ihn immer dabei – bis auf eine Ausnahme.

 Walter Momper, Berlins Regierender Bürgermeister (1989 bis 1991) zur Zeit des Mauerfalls, geht kaum je ohne seinen berühmten roten Schal aus dem Haus. Der derzeitige Hochsommer sei eine Ausnahme, sagt der 79-jährige ehemalige SPD-Politiker.

Warum Walter Momper immer einen roten Schal dabei hat

Natürlich kommt es auch in der kühleren Jahreszeit mal vor, dass er ihn mal nicht um den Hals trägt. Aber: Er könne ihn auf Wunsch immer hervorzaubern: „Viele Leute fragen mich nicht: ‚Ach, sind Sie Momper?‘ Die sagen: ‚Wo haben Sie denn Ihren roten Schal?‘“ Dann ziehe er das rote Stück Stoff aus der Manteltasche, und die Leute seien zufrieden. „Da brauche ich gar keinen Personalausweis.“

Bis heute ist der rote Schal das Markenzeichen von Walter Momper (SPD), ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin, geblieben.
Bis heute ist der rote Schal das Markenzeichen von Walter Momper (SPD), ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin, geblieben.Christoph Soeder/dpa

Der rote Schal war ein Geschenk des Gastwirts von Joe am Wedding

Den roten Schal, der zu Mompers Markenzeichen wurde, schenkte ihm nach gewonnener Wahl im April 1989 der Wirt der Gasthauses Joe am Wedding in der Amrumer Straße. „Das Original aus Kaschmir habe ich noch“, sagt Momper. Und das hütet er wie einen Schatz. Ins Museum komme der Schal erst, „wenn ich tot bin“, erzählte er vor ein paar Jahren.

Im Laufe von 35 Jahren sind etliche Exemplare dazugekommen. „Wie viele rote Schals ich gehabt habe, weiß ich gar nicht. Das ist eine endlose Kette gewesen“, sagt Walter Momper. „Ich bekam immer viele geschenkt, und dann habe ich die weiterverschenkt, weil die dann zum Beispiel für gute Zwecke versteigert werden konnten. Jetzt habe ich noch einen.“ ■