Paukenschlag nach der Berlinale: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (61) schmeißt nach Informationen der Bild-Zeitung die Chefin der Berliner Filmfestspiele raus. Der US-Amerikanerin Tricia Tuttle (56) wird damit der Antisemitismus-Skandal bei den Filmfestspielen zum Verhängnis.
Mit Pali-Tuch auf der Bühne
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat eine außerordentliche Sitzung zur Ausrichtung der Berlinale einberufen. Sie soll am Donnerstagvormittag stattfinden, wie sein Sprecher auf Anfrage bestätigte. Der Bild-Zeitung zufolge soll es um die Zukunft von Berlinale-Chefin Tricia Tuttle gehen.
Das Kulturstaatsministerium bestätigte Bild gegenüber: „Dass für Donnerstagvormittag zu einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der KBB GmbH auf Initiative von Staatsminister Wolfram Weimer geplant ist. Weimer ist Vorsitzender des Aufsichtsrats. Es soll eine Aussprache zur Ausrichtung der Berlinale geben.“ Weiter hieß es: „Zu Spekulationen äußern wir uns nicht.“
Zum Eklat kam es auf der Berlinale, nachdem der Beste Erstlingsfilm, „Chronicles from the Siege“ des palästinensischen Aktivisten Abdallah Alkhatib, ausgezeichnet wurde. Der Regisseur hielt eine Rede gegen Israel und Deutschland, stand mit Pali-Tuch und Pali-Fahne auf der Bühne.
Schon zuvor hatte die Berlinale-Chefin auf Fotos mit der Filmcrew mit Palästinenser-Fahne und Pali-Tüchern für Aufsehen gesorgt.
Weimer sagte nach der Preisverleihung: „Die Pali-Aktivistenszene hat auf der Berlinale mit Israel-Hass, Aggressivität und Bekenntnisnötigungen ihre hässliche Fratze gezeigt.“ Es seien Jury-Arbeiten und Preisverleihungen für „politische Destruktion“ missbraucht worden.
Aktivisten hatten schon öfter den Auftritt auf der großen Festival-Bühne gesucht. Wolfram Weimer erklärte im Vorfeld der Sitzung weiter: „Die Berlinale ist kein Ort für Hetze, Drohungen und Antisemitismus. Israel-Hass darf sich dort nicht austoben, schon gar nicht mit Steuergeldern finanziert.“


