Horror-Trip

Mutter und Kind stundenlang im Fahrstuhl gefangen

Feuerwehr und Bahn konnten nicht helfen. Eine Brotdose wurde zur Rettung für das kleine Mädchen am S-Bahnhof Schöneweide.

Author - Tobias Esters
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Nach der Befreiung kümmern sich Feuerwehrleute am S-Bahnhof Schöneweide um Mutter und Tochter.
Nach der Befreiung kümmern sich Feuerwehrleute am S-Bahnhof Schöneweide um Mutter und Tochter.Olaf Wagner

Drei endlos lange Stunden in einem kalten Fahrstuhl. Am Montagabend wurde für Isabell aus Oberspree und ihre 3,5 Jahre alte Tochter Layla eine eigentlich ganz normale Fahrt zur Geduldsprobe. Am S-Bahnhof Schöneweide in Treptow wollten die beiden mit dem Kinderwagen nur eine Etage tiefer fahren, vom Bahnsteig Richtung Ausgang. Doch plötzlich blieb der Fahrstuhl stecken.

Nur Thermodecken und eine Brotdose helfen

Feuerwehr und Bahn wurden alarmiert, doch die Rettung gestaltete sich schwierig. Weder Mitarbeitern der Deutschen Bahn noch der Feuerwehr gelang es, den Fahrstuhl zu öffnen oder Mutter und Tochter zu befreien. Immerhin konnten Einsatzkräfte Thermodecken in die Kabine reichen, damit die beiden nicht auskühlten. Ein kleiner Lichtblick in der Ausnahmesituation war Laylas gefüllte Brotdose, berichtet KURIER-Reporter Olaf Wagner. Die Tupperdose stillte den Hunger der Dreijährigen und sorgte für einen kurzen Moment Normalität.

Erst nach drei quälend langen Stunden kam die Erlösung. Zwei Mitarbeiter der Firma Schindler schafften es schließlich, den Fahrstuhl wieder in Bewegung zu setzen. Die Türen öffneten sich, Isabell konnte mit Layla und dem Kinderwagen aussteigen. Erschöpft, durchgefroren, aber erleichtert.

Feuerwehrleute reichen der Mutter und ihrem Kind eine Thermodecke, um sie im kalten Fahrstuhl vor dem Auskühlen zu schützen.
Feuerwehrleute reichen der Mutter und ihrem Kind eine Thermodecke, um sie im kalten Fahrstuhl vor dem Auskühlen zu schützen.Olaf Wagner

Den unfreiwilligen Aufenthalt haben beide gut überstanden. Was bleibt, ist ein Abend, den Mutter und Tochter so schnell nicht vergessen werden. Eine kurze Fahrt, die zum Albtraum wurde.

So verhalten Sie sich richtig im stecken gebliebenen Fahrstuhl

Im Fahrstuhl festzustecken, ist für viele ein Albtraum. Experten raten in so einer Situation vor allem dazu, Ruhe zu bewahren. Eigenmächtige Rettungsversuche sind lebensgefährlich, etwa wenn sich der Aufzug plötzlich wieder in Bewegung setzt. Ersticken muss niemand befürchten, die Kabinen sind nicht luftdicht.

Wichtig ist, den Notrufknopf mehrere Sekunden lang gedrückt zu halten und auf Hilfe zu warten. Die Notrufzentrale bleibt mit den Eingeschlossenen in Kontakt und organisiert die Rettung.