Drei endlos lange Stunden in einem kalten Fahrstuhl. Am Montagabend wurde für Isabell aus Oberspree und ihre 3,5 Jahre alte Tochter Layla eine eigentlich ganz normale Fahrt zur Geduldsprobe. Am S-Bahnhof Schöneweide in Treptow wollten die beiden mit dem Kinderwagen nur eine Etage tiefer fahren, vom Bahnsteig Richtung Ausgang. Doch plötzlich blieb der Fahrstuhl stecken.
Nur Thermodecken und eine Brotdose helfen
Feuerwehr und Bahn wurden alarmiert, doch die Rettung gestaltete sich schwierig. Weder Mitarbeitern der Deutschen Bahn noch der Feuerwehr gelang es, den Fahrstuhl zu öffnen oder Mutter und Tochter zu befreien. Immerhin konnten Einsatzkräfte Thermodecken in die Kabine reichen, damit die beiden nicht auskühlten. Ein kleiner Lichtblick in der Ausnahmesituation war Laylas gefüllte Brotdose, berichtet KURIER-Reporter Olaf Wagner. Die Tupperdose stillte den Hunger der Dreijährigen und sorgte für einen kurzen Moment Normalität.
Erst nach drei quälend langen Stunden kam die Erlösung. Zwei Mitarbeiter der Firma Schindler schafften es schließlich, den Fahrstuhl wieder in Bewegung zu setzen. Die Türen öffneten sich, Isabell konnte mit Layla und dem Kinderwagen aussteigen. Erschöpft, durchgefroren, aber erleichtert.

Den unfreiwilligen Aufenthalt haben beide gut überstanden. Was bleibt, ist ein Abend, den Mutter und Tochter so schnell nicht vergessen werden. Eine kurze Fahrt, die zum Albtraum wurde.

