Der Tagesspiegel schrieb im April: „Möbel Hübner kommt seit über 150 Jahren nicht aus der Mode.“ Doch jetzt kommt die traditionsreiche Berliner Möbelgeschichte aus der Mode und geht dem Ende entgegen. Das Möbelhaus in der Genthiner Straße macht dicht, am Samstag beginnt der Räumungsverkauf.
„Ich soll sie schön grüßen – von Möbel Hübner!“ Das Logo mit dem gelüpften Hut über dem H und den Werbespruch kannte jahrzehntelang jeder Berliner. Die einen (im Westen) aus eigenem Erleben, die anderen (im Osten) aus der Fernsehwerbung. Und so stürmten nach der Wende auch Tausende Ost-Berliner das riesige 14-stöckige Einrichtungshaus in der Genthiner Straße 41, um Möbel aus Dresden-Hellerau oder Zeulenroda gegen die aus dem Westen zu tauschen.
Möbel Hübner: „Eine Ära geht zu Ende!“
Die Geschichte von Möbel Hübner beginnt schon viel früher – im Februar 1871 in Brandenburg an der Havel, als Albert Türklitz eine kleine Tischlerei gründet. Vor 117 Jahren entstand daraus Möbel Hübner, 1964 bezog das Einrichtungshaus einen Neubau in der Genthiner Straße 41. Und der Familie Türklitz gehört das Unternehmen bis heute.
Erst 2019 war das ganze Haus aufwendig umgebaut worden. Doch jetzt das Aus. „Eine Ära geht zu Ende!“, schreibt Albert Türklitz in einem Flyer, wie die Berliner Morgenpost berichtet. Darin heißt es, dass die Geschäftsaufgabe aus „persönlichen Gründen“ erfolge. Laut dem Fachmagazin Inside Küche spielten aber auch die schwierige Konjunktur und der Fachkräftemangel eine Rolle.
Auf der Internetseite von Möbel Hübner sieht man nichts zur Schließung des Stammhauses. Da heißt es noch: „Mit 14 Etagen bieten wir Ihnen ein einzigartiges Einkaufserlebnis, bei dem Sie sich inspirieren lassen und die perfekten Möbelstücke für Ihr Zuhause finden können. Unser Team von erfahrenen Möbelexperten steht Ihnen zur Seite, um Ihre individuellen Bedürfnisse und Vorstellungen zu verstehen und Ihnen dabei zu helfen, Ihr Zuhause in einen Ort der Schönheit und des Komforts zu verwandeln.“

Auf der Internetseite wird noch mit festlichen Rabatten in allen Abteilungen geworben. Doch die richtige Rabattschlacht beginnt erst in den nächsten Tagen.
Der Ausverkauf beginnt am Samstag
In dem Flyer zur Schließung heißt es, dass die Preise um bis zu 50 Prozent gesenkt werden sollen, dass Markenmöbel, Musterküchen, Teppiche, Boutiqueartikel, Leuchten und Bilder „radikal“ reduziert werden. Der große Ausverkauf beginnt am Samstag ab 10 Uhr. Wichtig für Kunden, die schon gekauft haben: Alle Verträge werden noch vollständig abgewickelt, heißt es in dem Flyer.




