Bezahlbarer Wohnraum

Endlich mal gute Nachrichten in der Berliner Wohnkrise: Mieten sind gesunken

Die Mietpreise in Berlin sinken leicht. Was bedeutet das für die Menschen, die hier eine Wohnung suchen?

Author - Sharone Treskow
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Die Berliner Mieten sind seit Langem mal wieder gesunken.
Die Berliner Mieten sind seit Langem mal wieder gesunken.Franci Leoncio/imago

Bezahlbarer Wohnraum ist in Berlin rar gesät. Die Mieten steigen gefühlt immer weiter in schwindelerregende Höhen. Wer in der Hauptstadt eine Wohnung suchen muss, ist zu bemitleiden. Doch in der Wohnkrise gibt es jetzt endlich mal wieder eine positive Tendenz: Tatsächlich sind die Mietpreise ein wenig gesunken.

Berliner Schnitt jetzt bei 15,84 Euro pro Quadratmeter

Kaum zu glauben, aber wahr: Laut einer Analyse (GREIX-Mietpreisindex) des Kiel-Instituts für Weltwirtschaft (IfW) sind die Mieten in Berlin im ersten Quartal 2026 gesunken. Demnach sind die Angebotsmieten im Vergleich zum vierten Quartal 2025 um 1,8 Prozent zurückgegangen und lagen Anfang 2026 im Schnitt bei 15,84 Euro pro Quadratmeter.

Die Frankfurter Allee in Friedrichshain. Wohnungen wie diese sind schwer zu kriegen.
Die Frankfurter Allee in Friedrichshain. Wohnungen wie diese sind schwer zu kriegen.Joko/Imago

Bereits im Jahr 2025 stagnierten die Mieten im Vergleich zum Vorjahr. Für allzu große Freude gibt es allerdings keinen Anlass. „Stagnierende oder leicht sinkende Angebotsmieten zeigen vor allem, dass die Belastungsgrenze in Berlin nach Jahren stark steigender Mieten erreicht ist“, so Wibke Werner, Geschäftsführerin des Berliner Mietervereins, gegenüber dem Tagesspiegel. „Die Mieterinnen und Mieter könnten noch höhere Mieten schlichtweg nicht mehr bezahlen.“

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Joko/Imago
Was ist der GREIX?
Der GREIX ist ein Mietpreisindex, der zeigt, wie sich Angebotsmieten für Wohnungen in deutschen Städten entwickeln. Er wertet Wohnungsanzeigen aus mehreren Immobilienplattformen aus und berechnet daraus vergleichbare Durchschnittsmieten pro Quadratmeter, bereinigt um Unterschiede wie Lage, Größe oder Ausstattung.

Mietpreisniveau: München unangefochtener Spitzenreiter

Das aktuelle Mietpreisniveau in Deutschlands acht größten Städten zeigt weiterhin eine große Spanne. Am teuersten bleibt München mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 23,56 Euro pro Quadratmeter.

Mit deutlichem Abstand folgen Frankfurt a.M. (17,71 €/m²), Hamburg (16,35 €/m²) und Stuttgart (16,25 €/m²). Berlin (15,84 €/m²) und Köln (15,67 €/m²) bilden das obere Mittelfeld, Düsseldorf liegt bei 14,78 €/m². Das untere Ende der acht größten Städte markiert Leipzig mit 10,41 €/m².

Trotzdem sind kaum Wohnungen verfügbar

Das Problem: Der Rückgang der durchschnittlichen Mietpreise in Berlin heißt noch lange nicht, dass man auch an bezahlbare Wohnungen herankommt. „Was die bloßen Mietpreiszahlen nur bedingt zeigen: Der Markt verändert sich strukturell. Reguläre Inserate sind seit 2015 um über ein Fünftel zurückgegangen, während möblierte unbefristete Angebote sich in den Metropolen mehr als verdreifacht haben“, erklärt Jonas Zdrzalek vom IfW.

„Wer heute in einer Großstadt über die gängigen Plattformen eine Wohnung sucht, trifft zunehmend auf Konditionen, die vor zehn Jahren noch eine Ausnahme waren.“

Wer heutzutage in Berlin schnell eine neue Wohnung findet, kann sich wirklich glücklich schätzen.
Wer heutzutage in Berlin schnell eine neue Wohnung findet, kann sich wirklich glücklich schätzen.Anastasiya Amraeva/imago

Im Gesamtjahr 2025 betrug die Zahl der regulären Wohnungsinserate bundesweit rund 250.000 und lag damit unter dem Vorjahreswert von rund 260.000. Zur Erklärung: Gemeint sind klassische, unbefristete und unmöblierte Mietwohnungen aus Online‑Inseraten, nicht erfasst werden hingegen möblierte Wohnungen, befristete Verträge, Wohnen‑auf‑Zeit, Kurzzeitvermietungen sowie Angebote außerhalb der gängigen Immobilienportale.

Langfristig ist der Rückgang noch deutlicher: Im gesamten GREIX sank die Zahl regulärer Angebote auf 285.000 (2015) – ein Minus von rund 22 Prozent. In einzelnen Städten wie Münster, Berlin oder Potsdam beträgt der Rückgang gegenüber 2015 sogar 50 bis 55 Prozent.

Berliner zahlen im Schnitt 15,84 Euro pro Quadratmeter Miete. Zahlen Sie mehr oder weniger? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.