Streik für mehr Lohn

Leere Regale bei Edeka und Co. – Verdi bestreikt heute Großhandel in Berlin

Wer am heutigen Freitag seinen Einkauf erledigen wollte, könnte enttäuscht werden. Der Großhandel streikt.

Author - Sharone Treskow
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Verdi bestreikt am heutigen Freitag den Großhandel.
Verdi bestreikt am heutigen Freitag den Großhandel.Henricus Lüschen/Imago ; Eibner/Imago

Verdi ruft Mitarbeiter im Großhandel in Berlin und Brandenburg am 15. Mai zum Warnstreik auf. Die Hintergründe und an welchen Stellen mit Einschränkungen zu rechnen ist.

Edeka, Rewe, Penny und mehr werden bestreikt

Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifkonflikt des Großhandels für Freitag zu einem Warnstreik aufgerufen. Beschäftigte aus dem Lebensmittel- und Pharmagroßhandel sollen sich daran beteiligen, teilt die Gewerkschaft mit.

Verdi bestreikt den Großhandel in Berlin und Brandenburg für mehr Lohn. (Archivbild)
Verdi bestreikt den Großhandel in Berlin und Brandenburg für mehr Lohn. (Archivbild)Peter Henrich / Hen-Foto / Imago

Betroffen sind unter anderem Edeka-Lagerstandorte, das Rewe-Lager in Oranienburg, das Penny-Lager in Großbeeren, sämtliche Metro-Märkte sowie mehrere Pharmahändler. Hintergrund sei der Verlauf der ersten Tarifrunde, in der die Arbeitgeber noch kein Angebot vorgelegt hätten.

Verdi fordert 220 Euro mehr im Monat

Für die rund 53.000 Beschäftigten im Berliner und Brandenburger Groß- und Außenhandel verlangt Verdi eine monatliche Erhöhung der Löhne und Gehälter um 220 Euro. Zudem fordert die Gewerkschaft eine Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten sowie ein Plus von 200 Euro bei den Ausbildungsvergütungen. In Berlin arbeiten etwa 33.000 Menschen im Großhandel, in Brandenburg rund 20.000.

Verhandlungsführerin Franziska Foullong verweist auf die schwierige Lage vieler Arbeitnehmer. „Die Beschäftigten stehen vor der Perspektive niedriger Renten“, sagt sie. Gleichzeitig würden steigende Lebenshaltungskosten die Situation zusätzlich belasten. Kommissionierer und Kraftfahrer, die etwa Gastronomie, Kitas und Seniorenheime beliefern, verdienen demnach im Schnitt rund 2.900 Euro brutto im Monat.

Werden Berliner den Streik zu spüren bekommen?

Für Berliner Verbraucher werden durch den Warnstreik vor allem Störungen in der Lieferkette spürbar sein: Kurzfristig kann es in Supermärkten, Discountern oder bei bestimmten Produkten zu Verzögerungen bei der Belieferung kommen, was vereinzelt auch leere Regale zur Folge haben kann.

Der Streik dürfte vor allem in der Obst- und Gemüseabteilung spürbar sein.
Der Streik dürfte vor allem in der Obst- und Gemüseabteilung spürbar sein.IMAGO/Henricus Lüschen

Vor allem bei frischen Produkten wie Milch, Obst und Gemüse – die in der Regel täglich geliefert werden – könnte es bei Edeka und Co. sehr eng werden. Gerade nach dem Feiertag ein fieses Timing.

Kritik am Streik

Der Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA) sieht die Forderungen kritisch. Mitte April erklärte der Verband, zuletzt habe es keinen realen Umsatzzuwachs gegeben. Stattdessen gebe es mehr Insolvenzen und Stellenabbau. Die verlangte Entgelterhöhung von etwa sieben Prozent ignoriere die wirtschaftliche Lage der Unternehmen und sei „schlicht nicht finanzierbar“, so BGA-Tarifgeschäftsführerin Judith Röder.

Wie ist Ihre Meinung zu dem Streik? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.