Fast 40 Grad, volle Straßen, überfüllte Bahnen und mittendrin Lastenradfahrer, die sich verhalten, als gehöre ihnen ganz Berlin. Sie blockieren Wege, nehmen Pendlern den Platz weg und zwingen andere immer wieder zum Ausweichen. Willkommen im Berliner Egoisten-Sommer.
Lastenradfahrer machen bei fast 40 Grad keinen Spaß
Hand aufs Herz: Aktuell sind wir doch alle ein bisschen genervter als sonst. Die Temperaturen erhitzen nicht nur die Straßen, sondern auch unsere Gemüter. Aber nur, weil wir bald die 40-Grad-Marke erreicht haben, gibt das niemandem das Recht, sich noch rücksichtsloser zu verhalten.
Denn wissen Sie, wer bei 38 Grad wirklich keinen Spaß macht? Der Wolt- oder Lieferando-Fahrer mit seinem Lastenrad im völlig überfüllten U-Bahn-Waggon. Die Bahnen sind brechend voll und trotzdem quetschen sich immer noch Lastenradfahrer mit in die Waggons. Ich stehe eingezwängt zwischen zehn anderen Pendlern, bekomme den Lenker in die Rippen und die riesige Lieferbox drückt mir gegen die Schulter. An eine Entschuldigung ist dabei nicht einmal zu denken.
Aber meine Frage an Sie, liebe Lastenradfahrer, lautet: Warum steigen Sie mit einem fast drei Meter langen Lieferfahrrad in eine Bahn, in der Menschen schon ohne Fahrrad kaum noch Luft bekommen und Platz haben?

Ich gebe Ihnen gerne auch noch ein anderes Beispiel, das meinen Frust gut beschreibt: Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin und in eine Kurve fahre, werde ich von den Lastenradfahrern immer wieder geschnitten. An einer Kreuzung nehmen sie mir die Vorfahrt oder quetschen sich so eng an meinem Auto vorbei, dass ich fast einen Herzinfarkt bekomme, weil ich Angst vor einer neuen Macke habe.
Lastenradfahrer sind Berlins neue Clan-Bosse
Ich weiß nicht, ob die womöglich im Sommer heiß werdenden Akkus zwischen ihren Beinen, den Fahrern den Kopf vernebeln, aber so sollte sich doch niemand verhalten. Sie lieben es, auf Gehwegen, Radwegen und der Autospur zu fahren.



