Jeder von uns kennt sie doch: die Dinkel-Dörten und Bio-Björns. Mit Jutebeutel, Helm und moralischer Überlegenheit. Und im Sommer haben sie eine ganz besondere Leidenschaft: Sie blockieren die Türen der S- und U-Bahnen.
Fahrräder blockieren die Bahn-Türen
Durch den Ausbau einiger S-Bahn-Linien sind andere Linien aktuell völlig überlastet. Steige ich morgens in meine Bahn, erwartet mich schon der Graus: Die Waggons platzen aus allen Nähten, bei den heißen Temperaturen läuft das Kondenswasser schon die Scheiben herunter.
Aber als sei das noch nicht genug, kommen im Sommer die super ökofreundlichen Bio-Björns und Dinkel-Dörten aus ihren Verstecken und fahren mit der Bahn und (!) nehmen ihr Fahrrad mit. Dann wird aus dem überfüllten Waggon endgültig ein Hindernisparcours. Aber sie stehen dann nicht etwa im Fahrrad-Abteil, nein. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist es, am Morgen anderen Fahrgästen das Leben und Einsteigen in die Bahnen zu erschweren.
Wenn Sie sich jetzt angesprochen fühlen sollten, dann erklären Sie mir doch einmal folgendes Szenario: Sie entscheiden sich morgens, mit dem Fahrrad zur Arbeit, in den Kindergarten, zur Schule oder sonst wohin zu fahren. Doch statt die Strecke tatsächlich zu radeln, steigen Sie samt Fahrrad in die Bahn. Wozu eigentlich? Um in Berlin-Mitte auszusteigen, die letzten 50 Meter mit dem Rad zurückzulegen und anschließend bei der Arbeit zu prahlen, wie umweltfreundlich Sie „nur“ mit dem Rad unterwegs waren?

Es regnet nicht, es hagelt nicht, es stürmt auch nicht. Und trotzdem fahren Menschen samt Fahrrad Bahn. Es würde doch keiner etwas sagen, wenn tatsächlich jeder Radler im Fahrradabteil stehen würde. Aber es ist eine absolute Unsitte, den Eingang zu blockieren und sich dann auch noch über die zusteigenden Fahrgäste zu beschweren. Ja, das passiert tatsächlich!
Manchmal stehen mehrere Fahrräder vor den Türen
Jeden Morgen beobachte ich das. Manchmal steht vor der Tür auch nicht nur ein Zweirad, nein, gleich zwei Besitzer meinen, sich direkt vor die Türen stellen zu müssen. Dabei platzen die Bahnen wegen der Bauarbeiten zu Stoßzeiten ohnehin schon aus allen Nähten und alle eng an eng.



