Kiez-Check Berlin

So ticken die Berliner Bezirke beim Essen: Wer wo was isst – Köpenick überrascht

Frühstück in Mitte, Nacht-Bestellungen in Neukölln, Burger in Zehlendorf: Eine Auswertung zeigt, wie unterschiedlich Berlin isst – und welcher Bezirk überrascht.

Author - Sharone Treskow
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Eine neue Erhebung zeigt das Essverhalten der Berliner je nach Bezirk.
Eine neue Erhebung zeigt das Essverhalten der Berliner je nach Bezirk.OneInchPunch/imago

Fünf Jahre nach dem Start des Lieferdienstes Uber Eats in Berlin zeigt eine Auswertung vor allem eines: Die Hauptstadt isst nicht einheitlich, sondern strikt nach Kiez. Die Bestelldaten geben jetzt Einblick in den Alltag der Berliner: Wann gegessen wird, was auf den Tisch kommt – und wie unterschiedlich die Vorlieben in den Bezirken sind.

Mitte früh, Neukölln spät – Berlin hat eigene Essensrhythmen

Die Unterschiede zwischen den Bezirken sind deutlich. In Mitte beginnt der Tag oft mit einer Bestellung – fast jede zehnte Bestellung ist dort ein Frühstück. Der Grund liegt auf der Hand: viele Büros, viele Pendler, ein früher Start in den Alltag. Ganz anders sieht es in Neukölln aus. Dort wird besonders häufig spät bestellt. Der Bezirk führt bei den sogenannten Late-Night-Bestellungen.

Noch auffälliger sind die kulinarischen Trends in den Kiezen. In Pankow greift fast jeder Vierte zu vegetarischen oder veganen Optionen – so viele wie nirgendwo sonst. Hellersdorf setzt stark auf internationale Küche: Asiatische Gerichte machen 34,2 Prozent der Bestellungen aus, dicht gefolgt von italienischem Essen mit 33,7 Prozent.

Infografik zu der Auswertung von Uber Eats
Infografik zu der Auswertung von Uber EatsUber Eats

In Zehlendorf hingegen dominiert Fast Food: Über die Hälfte aller Bestellungen (58,1 Prozent) entfällt auf Burger. Köpenick hat den größten Süßhunger – mit knapp 8 Prozent liegt der Dessertanteil hier am höchsten, gleichzeitig ist deutsche Küche besonders gefragt. Und wer feiert, macht das offenbar in Friedrichshain: Dort wird anteilig am meisten Alkohol bestellt.

Burger, Pizza, Pommes – Berlin bleibt beim Klassiker

Trotz aller Unterschiede zwischen den Bezirken zeigt sich ein klares Gesamtbild: Berliner greifen am liebsten zu bekannten Gerichten. Cheeseburger, Pommes und Pizza Margherita zählen zu den meistbestellten Klassikern.

Im Schnitt wird der Klassiker Pizza Margherita in Berlin mit am häufigsten bestellt.
Im Schnitt wird der Klassiker Pizza Margherita in Berlin mit am häufigsten bestellt.Alkarnasia/imago

Bestellt wird vor allem am Abend. Zwischen 17 und 22 Uhr erreichen die meisten Bestellungen die Küchen. Im Schnitt dauert es rund 35 Minuten, bis das Essen geliefert wird. Dass dabei nicht nur Einzelportionen geordert werden, zeigt ein Extremwert: Bei Burgermeister am Schlesischen Tor wurde eine Bestellung im Wert von rund 1270 Euro aufgegeben.

Elektronik und Apotheke: Bestellungen gehen weit über Essen hinaus

Auffällig ist auch: Bestellt wird längst nicht mehr nur Essen. In einigen Bezirken nutzen Berliner die Plattform zunehmend für andere Besorgungen. In Marzahn werden besonders häufig Elektronikartikel bestellt – einmal für 1570 Euro bei Saturn –, während Reinickendorf bei Apothekenprodukten vorne liegt.

Bestellen Sie gerne Essen – was am liebsten? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.