Moabit

Marihuana in Kokosnüssen – Drogenschmuggler von der Polizei reingelegt

In Berlin flog ein Marihuana-Schmuggel im Kokosnuss-Container auf. Eine Tonne Drogen, fünf Angeklagte – SEK-Zugriff in Spandau.

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Der Vorsitzende Richter Kai-Uwe Kleber hat die Angeklagten mit der Begründung „es herrsche die Unschuldsvermutung“ zurück in den Zellentrakt geschickt um Fotos zu verhindern. Nur die Verteidiger saßen im Saal und haben sich köstlich über die Situation amüsiert.
Der Vorsitzende Richter Kai-Uwe Kleber hat die Angeklagten mit der Begründung „es herrsche die Unschuldsvermutung“ zurück in den Zellentrakt geschickt um Fotos zu verhindern. Nur die Verteidiger saßen im Saal und haben sich köstlich über die Situation amüsiert.Olaf Wagner

Kokosnüsse aus Thailand dienten als Tarnung für eine Tonne Marihuana. Doch am Ende gab es in Spandau nur Sandsäcke und Handschellen.

Kokosnüsse als Tarnung: Fahnder tauschen Marihuana gegen Sand

Fünf Männer nun bedröppelt vor Gericht: Filimon T. (69). Er gilt als Drahtzieher. Offiziell ist er wohl Rentner mit Mini-Job. Mitangeklagt vier Männer, die fürs Abladen der Drogen-Lieferung angeheuert wurden: Arber G. (41), Misho B. (40), Mario A. (38) und Fatium O. (36).

Grieche T. soll den Schmuggel mit einem Landsmann eingefädelt haben. 21 Tonnen Kokosnüsse in Thailand für rund 33.000 US-Dollar geordert. So stand es in den Papieren. 2.100 Kartons kamen per Überseecontainer. Doch 530 davon waren eine Mogelpackung: Jeweils vier Pakete Marihuana darin versteckt.

Ankunft 19. Oktober im Hamburger Hafen. Frische Früchte. Da muss es schnell durch den Zoll gehen. Fahnder skeptisch: Der Container wurde geröntgt, der Schmuggel entdeckt. Zollfahnder packten Drogen aus – und dafür Sandsäcke ein. Dann ging die Fahrt weiter per Lkw nach Berlin. Endstation am 3. November auf einem Gewerbegrundstück in Spandau. Adressat laut Ermittlungen: Filimon T.

<a href="https://www.berliner-kurier.de/kriminalitaet/kokain-schmuggel-ueber-hamburger-hafen-staatsanwaltschaft-berlin-erhebt-anklage-li.10031759">Fünf Männer müssen sich vor Gericht nun</a> wegen des Drogenschmuggels verantworten.
Fünf Männer müssen sich vor Gericht nun wegen des Drogenschmuggels verantworten.Olaf Wagner

Insgesamt 1.182 Kilo Drogen waren es. Ein Millionen-Geschäft sollte es werden: Der Marktwert von einer Tonne Marihuana wird auf bis zu 10 Millionen Euro geschätzt.

5.000 Euro Bonus fürs Abladen, doch dann griff das SEK ein

Die vier Packer vor Ort sollten die Kisten in angemietete Lagerräume schaffen. Mario A.: „Jeweils 5.000 Euro wurde uns fürs Entladen versprochen. Ein verlockendes Angebot, das wir leider nicht abgelehnt haben.“

Doch Spezialeinheiten der Polizei hatten die Fracht nach Berlin verfolgt. Bevor die Helfer zupacken konnten, klickten Handschellen. Seitdem sitzen sie in U-Haft. Auch für T. ging es in den Knast. Sein Anwalt kündigte nun eine Aussage an. 

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