TV-Koch Attila Hildmann protestiert vor dem Reichstag in Berlin. Foto: Imago / Zeitz

Theaterleute rufen zum offenen Widerstand gegen Attila Hildmann auf. Sie beteiligen sich an einer  Nachbarschaftsinitiative in Charlottenburg-Wilmersdorf gegen den Vegan-Koch. Der Grund: Regelmäßig versammeln sich vor dessen Lokal in der Schillerstraße 71 Reichsbürger, Holocaustleugner und Rechtsextreme. Das möchten die dort Lebenden nicht weiter hinnehmen und wehren sich seit Wochen mit gezielten Aktionen gegen die Treffen.

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Am Freitag, den 9. Oktober, (zwischen 16 und 22 Uhr), dem Jahrestag des Anschlags von Halle, ist vor dem Lokal „ATTILA HILDMANN Vegan Food“ eine Kundgebung der Nachbarschaftsinitiative geplant. Sie möchte damit ein klares Zeichen gegen Neonazis und jede Form von Antisemitismus setzen.

Komödien-Direktor Martin Woelffer engagiert sich gegen Attila Hildmann.
Foto: Christian Schulz

Auch die Komödie am Kurfürstendamm beteiligt sich an der Aktion. Theaterchef Martin Woelffer findet es wichtig, dabei zu sein. „Antisemitismus, Rassismus, Herabwürdigung anderer, Hetze und Ausgrenzung in jeder Form sind unerträglich und sind für mich nicht hinnehmbar. Es ist meinem Team und mir eine Herzensangelegenheit und ein echtes Anliegen, hier ganz klar gegen rechtes Gedankengut Stellung zu beziehen.“

Es ist höchste Zeit, sich zu engagieren.

Martin Woelffer

Die Komödie am Kurfürstendamm beteiligt sich mit Künstlern aus der aktuellen Produktion „Rio Reiser - Mein Name ist Mensch“. Sie treten voraussichtlich von 16.45 bis 17.15 Uhr auf. „Wann, wenn nicht jetzt?“ heißt einer der Songs des verstorbenen Berliner Musikers. Das findet auch Martin Woelffer: „Es ist höchste Zeit, sich zu engagieren.“

Unterstützung auch vom Bezirksbürgermeister

Auch Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann, Martina Renner, Mitglied im Deutschen Bundestag und stellvertretende Vorsitzende der Partei Die Linke, das Deutsch-Jüdische Theater, ein Mitglied der Initiative Seebrücke, Dörte Jacobi, Stadträtin aus Halle, Sigmount A. Königsberg, der Antisemitismusbeauftragte der Jüdischen Gemeinde u. a. haben zugesagt, dabei zu sein.