Ganz schön dufte

Kaffeewette sammelt fast 20.000 Pakete Kaffee für Obdachlose

Das zwischenzeitliche Verbot war für die diesjährige Kaffeewette kein Verlust. Bürger und Bürgerinnen Berlins spendeten großzügig für Obdachlose.

Author - Jana Hollstein
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Kaffeewette-Erfinder und Unternehmer Michael Lind bei der Bilanz der diesjährigen Kaffeewette im Rathaus Reinickendorf
Kaffeewette-Erfinder und Unternehmer Michael Lind bei der Bilanz der diesjährigen Kaffeewette im Rathaus ReinickendorfFunke Foto Services/imago

Wie sagt man doch so schön: Totgesagte leben länger. Das gilt wohl auch für die kultige Kaffeewette, die in Berlin schon fast den (Kaffee-)Löffel abgegeben hatte. Nun zeigten sich die Kieze solidarischer denn je und sammelten Zehntausende Kaffeepakete für Obdachlose.

Kaffeewette sammelt für Berliner Obdachlose

Die Stadt duftet nach Hoffnung. Ganze 18.847 Kaffeepakete stapeln sich in diesen Wochen in Bezirksämtern, Bürgerhäusern und Hinterzimmern von Läden. Das ist das Ergebnis der spektakulären Kaffeewette, die Wärme dorthin liefern soll, wo sie am meisten gebraucht wird.

Bei der Kaffeewette sind die Bürger eines jeden Bezirks dazu angehalten, 500 Kaffeepakete zu spenden. Schafft das ein Bezirk, bekommt er zusätzlich ein Preisgeld von 2500 Euro an die lokale Kältehilfe gespendet. Wie die Organisatoren verkündeten, knackten alle zwölf Bezirke Berlins die magische Marke. Möglich macht das Preisgeld der Unternehmer Michael Lind mit seinen Aktionspartnern.

Kaffeewette läuft in Berlin seit sieben Jahren

Das Ergebnis zeige den Zusammenhalt in der kalten Jahreszeit, erklärte das Bezirksamt Neukölln. Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) wird noch deutlicher: „Wir stehen zusammen an der Seite derjenigen, die es am schwersten haben.“ Worte, die zwischen dampfenden Thermoskannen und klirrenden Temperaturen besonderes Gewicht bekommen.

Die Berliner Bezirksbürgermeister feiern die Kaffeepakete, die Bürger und Bürgerinnen gespendet haben.
Die Berliner Bezirksbürgermeister feiern die Kaffeepakete, die Bürger und Bürgerinnen gespendet haben.Funke Foto Services/imago

Die Geschichte der Kaffeewette begann bereits 2019, als Lind und Hikel die ungewöhnliche Wette ins Leben riefen. Seitdem bringen Berlinerinnen und Berliner Jahr für Jahr Kaffee vorbei für Menschen ohne Dach über dem Kopf. Gerade in frostigen Nächten ist ein heißer Becher oft mehr als nur ein Getränk. Er bedeutet ein paar Minuten Wärme, ein Gespräch, manchmal ein Stück Würde.

Trotz Verbots Zehntausende Pakete für Kaffeewette

In diesem Jahr wurde die Aktion jedoch zum Polit-Krimi. Zunächst stoppte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) die Wette aus Sorge, Unternehmer-Spenden könnten einen Eindruck von Käuflichkeit und Bestechlichkeit erwecken. In letzter Minute kam dann doch grünes Licht.

Jetzt steht fest: Die Hauptstadt hat auch in diesem Jahr nicht nur kalte Wintertage, sondern ein großes Herz. Und irgendwo in Berlin wärmt gerade ein Becher Kaffee mehr als nur Hände.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Haben Sie sich an der Kaffeewette beteiligt? Schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com