So bekommen Sie die Füße warm

Die besten Tipps gegen die krasse Kälte

Elmar Fust ist regelmäßig bei Minusgraden mit seinen Huskys in Lappland unterwegs. Für uns hat er seine besten Tipps für die Kälte zusammengestellt.

Author - Stefanie Hildebrandt
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Elmar Fust bietet Huskytouren in Brandenburg und Lappland an. Er kennt sich bestens mit der Kälte aus.
Elmar Fust bietet Huskytouren in Brandenburg und Lappland an. Er kennt sich bestens mit der Kälte aus.Freizeit mit Huskies

Während ganz Berlin unter Minusgraden ächzt, kommt Elmar Fust bei den aktuellen Werten erst so richtig auf Betriebstemperatur. Mit seinen Huskys ist der Mann aus Frankendorf, einem kleinen Dorf in der Nähe von Neuruppin, regelmäßig mit Gästen in schwedisch Lappland zu Hundeschlittentouren unterwegs. Er kennt die Tücken der Kälte, aber auch ihre Schönheit. Um gut durch die eiskalten Tage und Nächte zu kommen, hat er dem KURIER wertvolle Tipps aus der Praxis verraten.

Warmer Kopf, warme Füße

Wer bei Minusgraden  draußen unterwegs ist, sollte unbedingt eine Mütze tragen. „Alte Trapperweisheit“, sagt Elmar Fust: „Willst du warme Füße, setze eine gute Mütze auf. Über den  Kopf, den Hals und die Hände verliert man die meiste Wärme, bis zu 45 Prozent.“ Wer keine Skimaske hat, bindet sich einen Schal vor den Mund. Eine Mütze hält so warm wie ein zusätzlicher Pulli.

Elmar Fust und seine Huskys sind Winterfans.
Elmar Fust und seine Huskys sind Winterfans.Freizeit mit Huskies

Mehr trinken als man denkt, am besten Kakao

Mit zweistelligen Minusgraden beginnt die Zeit der hochkalorischen Getränke. „Trinken Sie Kakao, Tee mit Zucker oder Honig, Hauptsache, dem Körper wird Energie zugeführt. Überhaupt ist Trinken auch bei starker Kälte wichtig“, sagt Elmar Fust. „Auf unseren Touren durch Lappland erinnern wir die Gäste immer daran. Denn man verliert auch bei Kälte viel Flüssigkeit, beim Atmen wird sie als weiße Wolke sichtbar.“ Alkohol ist bei Kälte tabu. „Das wärmt nur kurz, führt aber wegen weit geöffneter Gefäße schnell zu noch mehr Auskühlen. Außerdem wird dem Körper Wasser entzogen, nicht gut.“

Trinken auch bei starker Kälte nicht vergessen.
Trinken auch bei starker Kälte nicht vergessen.imago stock&people

Der ultimative Tipp gegen kalte Füße

Die Schuhe sollten nicht zu eng sein und eine dicke Sohle haben. Echte Wollstrümpfe sind wärmend, auch bei Nässe. Der ultimative Lappland-Tipp gegen kalte Füße aber sind herkömmliche Gefrierbeutel. „Ziehen Sie sie über dünnere Baumwoll- oder Wollsocken“, rät Elmar Fust. Die Beutel sollen dabei nicht zu eng sein. Sie halten den Wind ab und halten die vom Fuß erzeugte Wärme im Beutel. „Man läuft zwar irgendwann in seiner eigenen Suppe, aber es ist warm. Nach Gebrauch sollte man die Tüten aber schnell entfernen und die Füße trocknen.“

Kälte kann man lernen

Kälte kann man lernen. Regelmäßiger Aufenthalt im Freien lässt einen Gewöhnungseffekt eintreten. „Der Körper braucht ungefähr eine Woche, bis er sich an sehr niedrige Temperaturen gewöhnt hat“, sagt der Fachmann. Nach ein paar Tagen bei minus 15 oder 20 Grad kommen einem Tage mit minus 10 Grad wie T-Shirt-Tage vor. Fusts kältester Winter war 1999, als in Finnland einmal minus 51 Grad Celsius gemessen wurden. „Da macht man dann keine Hundeschlitten-Touren mehr, aber kurze Spaziergänge sind drin.“

Sich warm essen

Essen hilft gegen Kälte: Chili, Pfeffer, Ingwer, Zimt, Kardamom, Gewürznelken, Muskat und Piment, aber auch Gelbwurz, Thymian, Curry, Petersilie, Rosmarin und Vanille regen die Durchblutung an und helfen, den Körper von innen warmzuhalten. Als Suppe verarbeitet, heizen diese Gewürze gleich doppelt ein. Elmars Geheimwaffe auf Wanderungen durch Eis und Schnee: Schokolade und Nüsse. Zeit für Diät ist im Frühling noch genug. „Der Körper ist wie ein Ofen. Man muss Brennstoff zuführen“, sagt er. „Alles, was schnell verfügbare Energie bringt, ist super.“

Hundeschlittengespann in Lappland
Hundeschlittengespann in LapplandFreizeit mit Huskies

Kleidung

Das gute alte Zwiebelprinzip ist im Winter besonders wichtig. Außen hilft eine winddichte Schicht, die Wärme zu behalten. Wichtig ist, dass die Schichten nicht zu dicht aneinanderliegen. Luft fungiert als Wärmepolster. „Wolle ist besser als Plastikklamotten. Thermounterwäsche ist nützlich“, findet der Hundeschlittenführer. Ebenso eine Sonnenbrille bei gleißendem Schnee und auf Eis. „Bei den Handschuhen geht bei klirrender Kälte nichts über Fäustlinge. Die Finger können sich bewegen und wärmen sich gegenseitig.“

Ab wann kleben bei Kälte die Wimpern zusammen?

„Wimpern verkleben ab circa minus 15 bis minus 20 Grad“, weiß Elmar Fust.  Auch die Nasenflügel kleben dann zusammen, wenn man sie bei extremer Kälte aneinanderdrückt. Hier hilft eine wasserfreie Creme oder simple Vaseline, die man auf unbedeckte Stellen im Gesicht aufträgt. Im schlimmsten Fall drohen bei –20 Grad und Wind Schockerfrierungen. „Man erkennt sie an weißen, nicht mehr durchbluteten Stellen auf der Haut. Hier hilft nur langsam, mit kaltem Wasser wieder auftauen.“

Und die Vierbeiner?

„Schlittenhunde sind natürlich für dieses Wetter gemacht“, sagt Elmar Fust. Mit ihrer dichten Unterwolle, die sie im Sommer wieder verlieren, sind sie für tiefe Temperaturen bestens gewappnet. Während Tour-Pausen oder nachts lassen sich die Huskys sogar regelmäßig einschneien.

Siberian Huskys sind dank ihres sichten Fells bestens an tiefste Temperaturen angepasst.
Siberian Huskys sind dank ihres sichten Fells bestens an tiefste Temperaturen angepasst.Freizeit mit Huskies

Bei anderen Hunderassen kann die anhaltende Kälte, tiefer Schnee oder Streusalz aber schon zu Problemen führen. Normalerweise reichen Bewegung und Fell aber aus, um den Vierbeiner warmzuhalten. Ist das Fell besonders kurz oder der Hund alt oder krank, kann eine wärmende Decke bzw. ein Hundemantel helfen. Die Pfoten, in denen sich Schneeklumpen sammeln können, verdienen nach jedem Spaziergang besondere Aufmerksamkeit.

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