Berlin und Brandenburg bibbern. Dauerfrost und Schnee sorgen für rutschige Wege – und für Stress im morgendlichen Verkehr. Seit Tagen hält eine eisige Kälte die Hauptstadtregion fest im Griff. Und es wird noch ungemütlicher …
Donnerwetter-Meteorologe Karsten Brandt: „Es gibt mehrere interessante Entwicklungen. Auf der einen Seite kommt jetzt so ein Atlantik-Sturm rein. Das ist etwas wie Gut gegen Böse. Es hat etwas Episches, weil warme Luft vom Atlantik auf diesen Eisblock Europa trifft. Das ist eine schwierige Ausgangslage und bedeutet: Wir haben in Berlin jetzt von Donnerstag zu Freitag viel mehr Wind und aufkommenden Schneefall.“
Aber: Es wird weniger Schnee geben als zunächst befürchtet, dafür gehen die Temperaturen weiter in den Keller. Brandt: „Wir liegen so bei fünf bis zehn Zentimetern Schnee am Freitag, also in der Nacht zu Freitag und am Freitag – bis Samstagmorgen. Jetzt kommt das große Aber: Es ist viel Wind dabei, der verweht. Es ist also schon mit Verkehrsproblemen zu rechnen am Freitag.

Wir bleiben sehr stark in der kalten Luft. Die wird noch mal so richtig angesaugt. Das heißt, wir gehen am Sonntagmorgen schon auf minus neun oder minus zehn Grad runter. Wir kommen also gar nicht in die warme Luft rein, wie das auch erst so gedacht war. Montagmorgen haben wir eventuell sogar unter minus 15 Grad in der Nacht. Das Europäische Modell zeigt sogar minus 17. Es wird also, Verzeihung, mega arschkalt.“

So eine Kälteperiode gab es lange nicht mehr in der Hauptstadt. Brandt: „Wenn man sich die Wetterhistorie von Berlin anschaut in den letzten 100 bis 120 Jahren, dann gibt es solche Lagen natürlich häufiger. Trotzdem muss man sagen: Es trifft uns jetzt schon sehr, sehr hart. Und ich würde es vergleichen mit den Jahren 1996 oder 2010.“
Auch in der kommenden Woche bleibt es frostig
Mit milderen Temperaturen ist erst einmal nicht zu rechnen. „Eine Woche wird es auf jeden Fall bei Minusgraden bleiben“, prophezeit der Wetter-Experte. „Auch tagsüber. Aber die Modelle sind da sehr, sehr unsicher. Wann wirklich der Übergang zu milderem Westwindwetter kommt, ist nicht ganz klar.“


