Les Lunes ist pleite!

Influencer-Hass auf Berliner Modemarke –wegen unbezahlter Rechnungen

In den vergangenen Monaten ärgerten sich zahlreiche Influencerinnen öffentlich über Les Lunes. Jetzt ist klar: Das Berliner Unternehmen ist insolvent!

Author - Sharone Treskow
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Symbolbild: Les Lunes verteibt Sport- und Loungewear und hat in den vergangenen Jahren fleißig Influencer-Marketing betrieben. Doch viele der Social-Media-Stars sind in den vergangenen Monaten nicht mehr von dem Unternehmen bezahlt worden.
Symbolbild: Les Lunes verteibt Sport- und Loungewear und hat in den vergangenen Jahren fleißig Influencer-Marketing betrieben. Doch viele der Social-Media-Stars sind in den vergangenen Monaten nicht mehr von dem Unternehmen bezahlt worden.Juan Algar/imago

Steht Les Lunes jetzt vor dem Aus? Gegen das Berliner Modeunternehmen hagelte es zuletzt viel Kritik von Influencerinnen. Der Grund: Les Lunes hat angeblich seit Monaten keinen Content Creator mehr für bereits erbrachte Werbung auf Instagram bezahlt. Nun wird klar, wieso: Das Unternehmen ist pleite!

Kritik: Les Lunes soll Influencerinnen seit Monaten Geld schulden

Großer Ärger in der Welt der Influencer! Das Berliner Label Les Lunes mit Hauptsitz in Prenzlauer Berg ist bekannt für seine ästhetischen Loungewear und Sport-Outfits aus zusammenpassenden Leggins und Oberteilen. Angeblich superbequem, hochwertig und nachhaltig. So bewerben auch immer die zahlreichen Content Creator auf Instagram die Produkte. Das Unternehmen setzt schon seit vielen Jahren hauptsächlich auf Influencer-Marketing.

Doch zuletzt gab es aus der Influencer-Szene viel Kritik an Les Lunes: Etliche Social-Media-Stars sollen seit Mai dieses Jahres nicht mehr für Kooperationen, also ihre Arbeit, bezahlt worden sein.

„Ihr schuldet uns allen Geld! Zahlt mal eure Rechnungen“, schrieb beispielsweise die Influencerin Lea Rosenboom mit 82.000 Followern unter einem Instagram-Post des Unternehmens. Auch Ex-Bachelorette Angelina Pannek (über 800.000 Instagram-Follower) berichtete öffentlich von ausstehenden Zahlungen für Kooperationen mit Les Lunes. Die meisten Negativ-Kommentare auf Instagram hat das Unternehmen inzwischen gelöscht.

Auch Angelina Pannek, Ex-Bachelorette und Influencerin, ist für ihre Zusammenarbeit mit Les Lunes nicht bezahlt worden.
Auch Angelina Pannek, Ex-Bachelorette und Influencerin, ist für ihre Zusammenarbeit mit Les Lunes nicht bezahlt worden.imago

Nach unbezahlten Rechnungen: Les Lunes ist insolvent

Jetzt ist klar, was bei Les Lunes los ist: Das Berliner Fashion-Unternehmen ist insolvent und hat beim Amtsgericht Charlottenburg am 31. Oktober ein Eigenverwaltungsverfahren beantragt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Marke hervor.

„Die verschiedenen Krisen der vergangenen Jahre haben die gesamte Branche zunehmend unter Druck gesetzt“, erklären die Verantwortlichen in ihrem Statement zur Insolvenz. „Insbesondere die seit dem Vorjahr kontinuierlich angespannte gesamtwirtschaftliche Lage und das damit einhergehende zurückhaltende Konsumverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher hat in den vergangenen Monaten erheblichen Einfluss auf die Liquidität der Les Lunes GmbH gehabt.“

Les Lunes betont hier, dass Kunden wie gewohnt weitershoppen können. Alle Rabattcodes bleiben gültig, und auch geplante Sonderaktionen – darunter der Black Friday Ende November – finden wie vorgesehen statt. Die 36 Mitarbeiter würden anstelle ihrer Löhne und Gehälter für die Dauer von drei Monaten Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit erhalten.

Werden die Schulden bei den Influencerinnen noch bezahlt?

Auf die vielen Schulden, die Les Lunes angeblich mit unbezahlten Kooperationen mit Influencerinnen aufgebaut hat, kommt das Unternehmen hier nicht zu sprechen. Werden die Social-Media-Stars noch bezahlt oder nicht?

Bei einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wie im Fall Les Lunes bekommen Gläubiger – also Kooperationspartner, denen noch Geld geschuldet wird – nur unter bestimmten Bedingungen ihre Kohle zurück: Die Influencerinnen müssen ihre offenen Forderungen formell zur Insolvenztabelle anmelden (Paragraf 174 InsO). Nur dann werden sie im Verfahren berücksichtigt.

Gläubiger erhalten ihr Geld in solchen Fällen oft nicht vollständig, sondern anteilig – je nach verfügbarer Insolvenzmasse und Rang der Forderung. Und: Wer Pech hat, muss vielleicht monatelang oder sogar jahrelang auf die Auszahlung warten, denn sie erfolgt erst nach Abschluss des Eigenverwaltungsverfahrens.