Der Tag vier ohne Licht und ohne Wärme im Südwesten Berlins. Doch es geht voran: Etwa die Hälfte der insgesamt 45.000 betroffenen Haushalte hat jetzt wieder Strom. Das teilt die Stromnetz Berlin mit. Und die Netzagentur macht den Zehntausenden Menschen, die jetzt noch in ihren Wohnungen frieren, Hoffnung: „Am Donnerstag haben alle Berliner wieder Strom – versprochen!“
Für 24.700 Haushalte zwischen Steglitz und Wannsee ist das Blackout-Drama vorbei. Sie haben spätestens seit Montagabend wieder Licht und können heizen – und auch endlich wieder mit warmem Wasser duschen. Dabei hieß es auch für sie zuerst, dass sie erst am Donnerstag Strom bekommen werden.
Wer nahe Altenheimen wohnt, hat wieder Strom!
Doch nun geht es mancherorts schneller als gedacht. Der Grund sind Altenheime in den Wohngebieten. So eines befindet sich auch nahe der Bäkestraße in Wannsee. Daher gingen nicht nur dort, sondern auch in den umliegenden Häusern am Montag um 16.30 Uhr überraschend die Lichter an.
Dabei sind die Bewohner noch nicht einmal an das Stromnetz angeschlossen. Die Stromnetz Berlin hat in der Straße einen Laster mit einem riesigen Notstromaggregat aufgestellt. Das Gerät ist an eine Verteilerstation angeschlossen. Regelmäßig fährt das Technische Hilfswerk (THW) vorbei, um das Aggregat mit Diesel zu betanken.

„Insgesamt 36 dieser Notstromaggregate, die so groß wie Schiffscontainer sind, haben wir in den betroffenen Gebieten aufgestellt“, sagt Stromnetz-Sprecher Henrik Beuster dem KURIER. Weitere 31 Netzersatzanlagen der Bundeswehr sollen noch zum Einsatz kommen.
Die anderen Geräte haben unter anderem Feuerwehren oder das THW aus Nordrhein-Westfalen geschickt, um den stromlosen Berlinern rasch zu helfen. Vor allem diejenigen, die die Hilfe am dringendsten benötigen. „Alle 74 Pflegeeinrichtungen, die vom Stromausfall betroffen waren, haben wieder Strom“, sagt Beuster.
Neue Strategie bringt schneller Strom in die Häuser
Andere Berliner, die wieder Strom haben, profitieren von einer neuen Strategie der Netzagentur. Man arbeitet nicht nur an der Reparatur beziehungsweise Überbrückung der 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung, die am 3. Januar von Linksextremisten in Brand gesetzt und zerstört worden war – und an denen die betroffenen Wohngebiete angeschlossen waren.

„Wir schließen jetzt auch Straßen an die 10-Kilovolt-Mittelspannungsleitungen an“, sagt Beuster. Diese Leitungen sind in der Stadt viel mehr vorhanden. So könne man betroffene Häuser rascher wieder ans Stromnetz bringen.
„Wir sind mit 50 Kolleginnen und Kollegen der Mittelspannung gerade rund um die Uhr im Einsatz. Hinzu kommen etwa 20 Kolleginnen und Kollegen anderer Unternehmen“, sagt der Sprecher von Stromnetz Berlin.




