Unzählige Zwerghamster warten im Berliner Tierheim auf ein neues Zuhause - und es werden immer mehr. Foto: Tierheim Berlin

Dass Hamster gern hamstern, weiß jedes Kind – aber dass es auch Menschen gibt, die Hamster hamstern? Im Berliner Ortsteil Mariendorf mussten Mitarbeiter des Veterinäramtes jetzt in einem privaten Haushalt unzählige Zwerghamster sicherstellen. Die Tiere, 65 an der Zahl, wurden im Tierheim in Falkenberg untergebracht. Und weil einige trächtig waren, werden es inzwischen immer mehr… Um die Hamster-Flut in den Griff zu bekommen, werden nun verzweifelt neue Halter für die süßen Tiere gesucht.

Hamster-Massen: Den Besitzern geriet die Haltung außer Kontrolle

Wie genau es zu den Hamster-Massen kommen konnte, ist unklar. Die Vermutung liegt nah, dass die Besitzer ursprünglich mehrere unkastrierte Hamster hielten, die sich dann vermehrten – und dass alle nach und nach außer Kontrolle geriet. „Viele Menschen glauben leider, dass kleine Tiere auch nur kleine Arbeit machen“, sagt Tierheim-Sprecherin Beate Kaminski dem KURIER. Doch dem sei nicht so. „Auch wenn Hamster klein sind, brauchen sie Platz – und sie vermehren sich sehr schnell.“

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In der Tierarztpraxis des Tierheims wurden alle Hamster versorgt – zunächst waren es 47. „Jedes Tier wurde einzeln untersucht, das ist natürlich eine Sisyphusarbeit“, sagt Kaminski. „Denn Zwerghamster sind gerade so groß wie eine Computermaus.“ In den darauffolgenden Tagen vermehrten sich die Hamster. „Denn einige der Tiere kamen trächtig bei uns an.“ Bis zu 100 Hamster könnten es bald insgesamt sein.

Im Kleintierhaus des Tierheims gab es einen Wasserschaden

Dann mussten die Nager untergebracht werden – schwierig, denn erst vor Wochen gab es im Kleintierhaus des Tierheims einen Wasserschaden. Im Tierheim-Café bauten die Mitarbeiter daraufhin ein Notlager aus Käfigen, in das Kaninchen, Meerschweinchen und Chinchillas umziehen konnten. Noch dazu sind die Tierschützer auch im Bereich Kleintiere überlastet.

Momentan leben die Hamster im Notquartier im Tierheim-Café. Foto: Tierheim Berlin

Kaminski: „Mit dem Ende des Lockdowns haben wir gemerkt, dass mehr Tiere abgegeben werden.“ Kaum läuft das Leben wieder einigermaßen normal, wollen viele Menschen die Tiere, die sie sich während der Corona-Zeit anschafften, wieder loswerden. Fast 180 Kleintiere leben aktuell in der Einrichtung in Falkenberg, deutlich mehr als sonst.

Die Hamster müssen einzeln gehalten werden, leben nicht in Gruppem

Ins Notquartier im Café mussten auch die Hamster ziehen. Nicht einfach, denn die Tiere müssen einzeln gehalten werden, leben nicht in Gruppen. Nun werden deshalb händeringend neue Halter gesucht. Einige Anfragen gibt es bereits, sagt Kaminski. Aber: Aufgrund der Einzelhaltung müssen die Tierschützer unzählige neue Hamster-Quartiere finden!

In der Tierarztpraxis des Tierheims mussten alle Hamster versorgt werden. Foto: Tierheim Berlin

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Wichtig: Um eine gute Haltung zu garantieren, brauchen Hamster einen Käfig, der mindestens 1,20 Meter lang, 50 Zentimeter breit und 50 Zentimeter hoch ist. „Wer Interesse hat, sollte außerdem beachten, dass Hamster nachtaktiv sind und Bewegung brauchen. Sie machen also auch in der Nacht Geräusche, sind nicht geeignet fürs Kinderzimmer“, erklärt Kaminski. Die Tierschützer freuen sich über erfahrene Halter – aber auch Berliner ohne Hamster-Historie können sich von den Experten beraten lassen. Die gute Nachricht: Es gab bereits zahlreiche Anfragen - es gibt also Hoffnung, dass bald viele der Racker ein neues Zuhause finden. Kontakt und Vermittlung unter bugsbunny@tierschutz-berlin.de, Infos unter www.tierschutz-berlin.de.

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