Kater Hannibal und Hündin Tinga sind zwei ganz bezaubernde Tiere - doch bisher konnten sie kein neues Zuhause finden. Fotos: Tierheim Berlin

Vor zwei Wochen berichtete ich in meiner Tier-Kolumne über eine Katze namens Nina, die in Lichtenberg gefunden wurde – erinnern Sie sich? Wir tauften sie die „Einohr-Katze“, weil sie schwer erkrankt war, unter anderem an einem Tumor litt, eine große OP über sich ergehen lassen musste – und dann fehlte der süßen Nina eben ein Ohr. Die gute Nachricht: Nina wird, auch aufgrund unseres Berichtes, voraussichtlich morgen in ein neues Zuhause ziehen! Aber: Im Tierheim gibt es noch viele andere Tiere, die verzweifelt ein letztes Sofa zum Ausruhen suchen.

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Berlin hat es geschafft, der süßen Einohrkatze ein neues Zuhause zu geben – ob das noch einmal klappt? Im Berliner Tierheim in Falkenberg gibt es nämlich noch viele andere Tiere, die sehnsüchtig auf ein neues Zuhause warten. Und das teilweise schon eine halbe Ewigkeit.

Hündin Tinga sitzt inzwischen seit 3046 Tagen im Berliner Tierheim

Zum Beispiel Hündin Tinga: Sie sitzt heute auf den Tag genau 3046 Tage im Tierheim. Eine verdammt lange Zeit. „Und ihre Tierpfleger haben nun Angst, dass auch sie bei uns verstirbt“, sagt Tierheim-Sprecherin Beate Kaminski dem KURIER. „Als sie zu uns kam, war ihr Gesicht noch ganz dunkel, jetzt ist es hellgrau.“

Ursprünglich kam Schäferhündin Tinga (13) ins Tierheim, weil sie ein Problem mit fremden Menschen hat uns das in der Vergangenheit auch deutlich zeigte, heißt es in ihrem Steckbrief. „Sie ist sehr personenbezogen und muss sich langsam an einen neuen Menschen gewöhnen.“ Doch inzwischen sei sie vor allem „ein altes Mädchen“, heißt es im Tierheim. Ihre taffe Art ist dem Alter gewichen. Sie reagiere mittlerweile auch sehr entspannt auf fremde Hunde, heißt es.

Kater Hannibal ist zutraulich und verschmust, kämpft aber leider mit gesundheitlichen Problemen. Foto: Tierheim Berlin

„Sie wünscht sich ein ruhiges Zuhause, gerne bei Senioren, die viel Zeit für sie haben. Sie macht zwar alles souverän mit im städtischen Umfeld und kann auch in die Stadt vermittelt werden, aber Trubel zu Hause wäre ihr zu viel“, schreiben die Tierpfleger. „Beim Einsteigen ins Auto benötigt sie Unterstützung und Treppen steigen kann sie nicht mehr, aber sie fährt prima im Fahrstuhl mit.“ Das neue Zuhause sollte also über einen Fahrstuhl verfügen – und über erfahrene Halter.

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Wird Tinga ein neues Zuhause finden? Das kann man nur hoffen. Denn: „Sie wartet schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf das passende Körbchen“, schreiben die Pfleger. „Wir können kaum in Worte fassen, wieviel es uns bedeuten würde, wenn dieses wunderbare alte Mädchen doch noch mal Glück hätte und ihren Lebensabend liebevoll umsorgt in einem eigenen Zuhause verbringen dürfte.“

Altersbedingt hat Hündin Tinga ein paar gesundheitliche Baustellen

Altersbedingt hat die Hündin natürlich ein paar gesundheitliche Baustellen, etwa eine empfindliche Haut, Schwierigkeiten mit der Schilddrüse und auch der Bewegungsapparat macht hier und da kleine Schwierigkeiten. Aber: Die Behandlung erfolgt lebenslang kostenlos in der Tierarztpraxis des Tierheims. Interessenten können sich unter Tel. 030 76 888 204 bei den Tierpflegern melden, sollten sich aber auf mehrere Besuche einstellen, um Tinga kennenzulernen.

Tinga ist eine liebe Hündin, sitzt aber schon länger als 3000 Tage im Tierheim! Foto: Tierheim Berlin

Noch nicht ganz so lange im Tierheim, aber dennoch ein Sorgenkind ist Kater Hannibal: Er wurde im Mai gefunden, kam damals zu den Tierschützern in Falkenberg. Eigentlich ist er ein Traum-Kater, lebhaft und anhänglich, würde schnell ein neues Zuhause finden.

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Doch Hannibal hat dramatische gesundheitliche Probleme. „Leider kann er jedoch sowohl das kleine als auch das große Geschäft, bedingt durch einen Nervenschaden, der vermutlich von einem Bandscheibenvorfall zurückgeblieben ist, nicht halten“, heißt es im Tierheim.

Der Kater sucht deshalb ein neues Herrchen oder Frauchen mit besonders großem Herzen, „der sich an dem erhöhten Reinigungsaufwand nicht stört, bereit ist, sein Zuhause auch dementsprechend anzupassen und vielleicht nochmal einen Spezialisten für eine weiterführende Diagnostik aufzusuchen“, heißt es aus dem Tierheim. „Hanniball wird die Mühe mit viel Liebe und guter Laune belohnen.“ Perfekt sei ein Plätzchen mit Möglichkeit zum Freigang. Wer Hannibal ein neues Zuhause schenken möchte, kann sich unter 030 76 888-236 im Garfieldhaus 1 des Tierheims melden.

Florian Thalmann schreibt jeden Mittwoch im KURIER über Tiere.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com