Anwohner spürten die Druckwelle

Halbe Million erbeutet! Er sprengte Geldautomaten mit einem Pizzaschieber

Eine Bande sprengte zahlreiche Geldautomaten und richtete enorme Schäden an. Nun wurde ein mutmaßliches Mitglied zu fast sieben Jahren Haft verurteilt.

Author - Tanja Tal
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Ion C. sprengte einen Geldautomaten, wurde deshalb jetzt vor Gericht verurteilt. Er wollte in Deutschland schnelles Geld verdienen.
Ion C. sprengte einen Geldautomaten, wurde deshalb jetzt vor Gericht verurteilt. Er wollte in Deutschland schnelles Geld verdienen.Tanja Tal, Morris Pudwell

Die Automaten-Bomber kamen mit einem speziellen Pizzaschieber und räumten ab: Eine Bande sprengte über 20 Geldautomaten. Die Justiz reagiert knallhart. Es sind Täter wie Ion C. (31), die immer wieder eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Er wurde nur Stunden nach einer brisanten Aktion in Fennpfuhl festgenommen. Nun war die Explosion eine von drei Taten, für die ihn das Landgericht Berlin verurteilte. Er soll für fast sieben Jahre in den Knast!

Anwohner spürten die Druckwelle, Trümmer flogen

Bei dem Raubzug am 24. Januar 2025 in einem Einkaufscenter hatten er und ein Komplize eine Sprengladung in einen Automaten bugsiert – mit einem eigens dafür geschweißten „Pizzaschieber“. Direkt darüber liegt ein Wohngebäude. Eine enorme Druckwelle. Nicht nur der Automat wurde geknackt. Auch Teile der Fassade und einer Dachkuppel wurden beschädigt. Trümmerteile flogen meterweit.

Ion C. stammt aus der Republik Moldau. Bereits seit 2022 soll er als Automaten-Sprenger unterwegs sein. Ein Ermittler: „Er steht in Verdacht, als Teil einer Bande an Geldautomaten-Sprengungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Hessen beteiligt gewesen zu sein.“ Der Gruppierung seien insgesamt 22 bis 23 Taten zuzuordnen. Die Beute: mehr als eine halbe Million Euro.

In Fennpfuhl wurde ein Geldautomat gesprengt. Die Druckwelle war so gewaltig, dass sogar die Scheiben zu Bruch gingen.
In Fennpfuhl wurde ein Geldautomat gesprengt. Die Druckwelle war so gewaltig, dass sogar die Scheiben zu Bruch gingen.Morris Pudwell

Um drei Angriffe auf Geldautomaten in Lichtenberg und Marzahn zwischen dem 18. Mai 2024 und dem 24. Januar 2025 ging es nun. In zwei Fällen erbeuteten die Täter insgesamt rund 32.000 Euro, im dritten Fall scheiterten sie mit einer Explosion und rannten davon.

Wollte in Deutschland schnelles Geld machen

Ion C. nun kleinlaut: „Inzwischen ist mir klar, dass unser Tun hochgradig gefährlich war.“ Er als Traktorfahrer habe seine Heimat verlassen, um in Deutschland Geld für die Familie zu verdienen. Männer hätten ihn angesprochen – „sie sagten, ich könnte schnelles Geld verdienen, sie beschafften auch das eingesetzte Material“.

Als eher kleines Licht schilderte sich C. – „einmal Schmiere gestanden, einmal Tür aufgehebelt“. Und die Chefs hätten ihn mit wenig Geld abgespeist – „einmal 500 Euro, einmal 700 Euro, obendrein angekohlt.“ Nach der Festnahme von C. in Lichtenberg fanden Polizisten in seiner Wohnung allerdings mehr als 8000 Euro.

Automaten-Bomber ist bereits vorbestraft

Er ist als Geldautomaten-Sprenger bereits vorbestraft. Die erste Strafe für vier Taten wurde nun in das Urteil einbezogen. Die Richterin: „Schuldig des schweren Bandendiebstahls und des Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen.“ Es seien gefährliche Taten mit hohem Schaden: „Die Druckwelle der Explosionen war für keinen der Täter beherrschbar.“ Die Gesamtstrafe für Ion C.: sechs Jahre und elf Monate Gefängnis. Tanja Tal