Es war ein Auftritt, der noch lange in Erinnerung bleiben wird und für reichlich Gesprächsstoff sorgt. Bei der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Steglitz-Zehlendorf ist es am Mittwoch zu einem Eklat gekommen. Die Rednerin Ellinor Trenczek (SPD) erschien zur Debatte um den Stromanschlag zum Jahreswechsel in einem Antifa-Sweatshirt. Das berichtet die B.Z.
In der Sitzung im Rathaus Zehlendorf sollte es um die politische Aufarbeitung nach dem Stromanschlag durch die Vulkangruppe gehen. Die hatte sich zu dem Anschlag auf eine Kabelbrücke über dem Teltowkanal bekannt. Doch mit dem Auftritt von Trenczek in einem Antifa-Shirt bekam die Debatte eine ungeahnte Wendung.
Sitzung führt zu einem verbalen Schlagabtausch
Laut B.Z. war auf dem Shirt das Symbol der Antifaschistischen Aktion zu sehen. Erkennbar war eine schwarze Fahne, die den autonomen Anarchismus symbolisiert. Die größere rote Flagge steht für Sozialismus.
In der Sitzung kam es folglich zu einem Eklat. Der CDU-Bezirkspolitiker Torsten Hippe warf Trenczek eine Antifa-Verherrlichungskampagne vor. Daraufhin soll die SPD-Politikerin gesagt haben: „Was haben Sie gegen Antifaschismus?“
Hippe spricht von Scharnierfunktion zum Terror
„Ich habe überhaupt nichts gegen Antifaschismus, wenn er nicht in Terror abgleitet und wenn er nicht Bezüge zum Terror hat“, entgegnete Hippe. Und weiter: „Das ist eine Scharnierfunktion zum Terror, und davon muss sich die SPD distanzieren.“
Trenczek meinte am Rednerpult hingegen, dass Antifaschismus eine Frage der Haltung sei, eine Position gegen jede Form der Menschenfeindlichkeit. Dann schleuderte sie linksextremistische Programmatik durch den Raum: „Wer nicht antifaschistisch ist, ist faschistisch.“
Trenczek liegt das Thema „Antifa“ sehr am Herzen
Der B.Z. erklärte der Bezirksvorsteher René Rögner-Francke (CDU), dass das Antifa-Symbol strafrechtlich nicht verboten sei. „Wir haben keine beschlossene Kleiderordnung.“ Aufgrund der Vorkommnisse wolle er im Ältestenrat ansprechen, das künftig zu unterbinden.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Ellinor Trenczek deutlich zu ihrer politischen Haltung bekannt hat. Im Internetauftritt der SPD-Bezirksfraktion heißt es, dass ihr das Thema „Antifa“ sehr am Herzen liege.



