Der Polizei in Berlin steht ein heißer Abend bevor: Bisher verlief der Demo-Tag friedlich, doch erst um 18 Uhr starten linke und linksextreme Gruppierungen die traditionelle „Revolutionäre 1. Mai“-Demo in Kreuzberg. Zwar wurden die Aktionen in den vergangenen Jahren immer friedlicher, doch die Sicherheitskräfte sind in Alarmbereitschaft. Jetzt warnte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) vor Gewalt.
Berlins Regierender Kai Wegner warnt vor Gewalt
„Wir sind bestens vorbereitet, wenn es darum geht, Ausschreitungen zu verhindern. Jeder darf in Berlin demonstrieren, jeder darf hier feiern, gerade am 1. Mai“, sagte Wegner beim Besuch einer Feuerwache in Kreuzberg. „Aber es muss friedlich sein.“
Er warnte vor Ausschreitungen und Gewalt – denn die Sicherheitskräfte seien vorbereitet. „Die Polizei wird alles dransetzen, dass Demonstrationen hier ordentlich durchgeführt werden können. Aber da, wo es Gewalt gibt, wird die Polizei schnell und konsequent eingreifen.“
Wegner betonte auch, dass die Demonstrationen in den vergangenen Jahren immer friedlicher wurden. „Die ganz aktive linksextreme Szene, die damals noch Steine warf, Barrikaden baute, die ist vielleicht etwas weniger geworden. Sie ist in anderen Bereichen jetzt unterwegs.“ Bis zum späten Nachmittag blieb die Lage in Berlin tatsächlich übersichtlich – viele Menschen waren in den Parks der Stadt unterwegs, es gab keine nennenswerten Vorkommnisse.

Doch am Abend wird es in Kreuzberg voll: Schon am späten Nachmittag musste beispielsweise der Bahnhof Görlitzer Park wegen Überfüllung geschlossen werden. Deshalb halten die U-Bahnen dort nicht und fahren durch, wie ein Sprecher der Polizei am Nachmittag sagte.
Hubschrauber der Polizei kreist über Kreuzberg
Auch der U-Bahnhof Hallesches Tor werde wegen Überfüllung geschlossen – und auch die Zugänge zum Bahnhof Kottbusser Tor sind dicht. Die Polizei überwacht die Situation auch aus der Luft: Ein Hubschrauber kreist über Kreuzberg. „Mit etwas Abstand verschaffen sich unsere Einsatzkräfte in der Luft einen Überblick über Menschenansammlungen und Auslastungen der Parks.“
Bisher wurden mehrere Versammlungen ohne nennenswerte Vorkommnisse von uns begleitet.
— Polizei Berlin Einsatz (@PolizeiBerlin_E) May 1, 2026
Aktuell kümmern sich unsere Kolleginnen und Kollegen um den starken Zustrom in Richtung #Kreuzberg.
Dort ist es stellenweise schon ziemlich voll – wenn Sie unterwegs sind, weichen Sie gern… pic.twitter.com/LQZt5TI2xG
Die Polizei ist aktuell damit beschäftigt, die Menschenmassen zu händeln, sagte ein Sprecher der Behörde am frühen Abend beim Kurznachrichendienst X. „Wir haben einen starken Zulauf in den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.“ Die Skalitzer Straße, die Wiener Straße, die Oranienstraße und die Naunynstraße seien stark frequentiert. „Berlin ist groß genug, es gibt nicht nur diesen einen Bereich zum Feiern – deswegen nutzen Sie auch andere Plätze, andere Grünanlage, andere Parks für die Feierlichkeiten.“
Tore am Görlitzer Park als Eingänge gesperrt
Am Görlitzer Park mussten wegen des großen Andrangs zwei Tore als Eingänge gesperrt worden. Sie seien nur noch als Ausgänge nutzbar, sagte eine Polizeisprecherin. Mit Lautsprecherdurchsagen machte die Polizei darauf aufmerksam. Wegen der Menschenmassen in Berlin-Kreuzberg waren auch die umliegenden Straßen für Autos gesperrt.

Der eigentliche Beginn der Demo musste dann verschoben werden, weil es einen zu großen Zustrom zum Gelände gab. Mehrere Tausend Menschen versammelten sich laut Berichten am und um den Oranienplatz. Der Demonstrationszug sollte vom Oranienplatz in Kreuzberg zur Sonnenallee in Neukölln und wieder zurück zum Südstern in Kreuzberg ziehen.


