Der Blackout-Kommentar

Das Licht ist wieder an – aber fangt JETZT an zu arbeiten!

Es ist vollbracht und früher als angekündigt. Berlin ist wieder vollständig am Netz. Jetzt ist aber keine Zeit zum Ausruhen. Jetzt gilt es zu handeln.

Author - Stefan Tappert
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04.01.2026, Berlin: Kai Wegner (CDU, M), Regierender Bürgermeister von Berlin, spricht während eines Stromausfalls im Südwesten Berlins.
04.01.2026, Berlin: Kai Wegner (CDU, M), Regierender Bürgermeister von Berlin, spricht während eines Stromausfalls im Südwesten Berlins.Sebastian Gollnow

Der Strom ist früher zurück als erhofft. Und das ist erst mal die wichtigste Nachricht. In klirrender Kälte haben Einsatzkräfte, Technikerinnen, Fahrer, Helferinnen und Helfer alles gegeben – rund um die Uhr, pragmatisch, ohne großes Tamtam. Dafür ein riesengroßes Dankeschön. Berlin hat gezeigt: Wenn’s ernst wird, funktioniert Zusammenhalt.

Ehrenamtliche Mitarbeiter des DRK bauen während eines Stromausfalls im Südwesten Berlins in einer Notunterkunft Feldbetten auf.
Ehrenamtliche Mitarbeiter des DRK bauen während eines Stromausfalls im Südwesten Berlins in einer Notunterkunft Feldbetten auf.Sebastian Gollnow/dpa

Mit dem Licht geht die Verantwortung nicht einfach aus

Jetzt sind zwei Dinge gefragt – und zwar sofort:

Erstens: Vorsicht beim Wiederhochfahren.
Eingefrorene Häuser, kalte Leitungen, sensible Technik – wer jetzt hastig startet, riskiert Schäden, die uns noch Wochen beschäftigen. Sorgfalt ist keine Bremse, sondern Schadensbegrenzung.

Zweitens – und vor allem: Diese Lektion darf nicht verpuffen.
Kritische Infrastruktur ist kein Randthema für Fachgremien, sondern Überlebensfrage einer Millionenstadt. Strom, Wärme, Kommunikation – das muss robuster, besser abgesichert, ernster genommen werden.

Der Berliner Südwesten hat gelitten

Und vergessen wir bei aller Technik nicht die Menschen: fünf Tage ohne Licht, ohne Wärme, ohne verlässliche Verbindung zur Außenwelt. Kinder schliefen in Jacken, Alte tasteten sich durch dunkle Wohnungen, Essen verdarb, Sorgen wuchsen, Nächte wurden endlos. Berlin hat gefroren, gehofft, durchgehalten – leise, zäh, solidarisch.

Wir sind bei der Politik

Kai Wegner,
Iris Spranger,
Franziska Giffey,

wir Berlinerinnen und Berliner wollen nicht in drei Monaten wieder frierend im Dunkeln stehen. Nicht dieselben Ausreden, nicht dieselben Erklärungen, nicht dieselben improvisierten Lösungen.

Bitte handeln Sie jetzt.
Strukturell. Vorausschauend. Verbindlich.

Und trotzdem, bei aller Kritik:
Danke an alle, die Berlin durch diese Nacht gebracht haben.
Jetzt bitte dafür sorgen, dass sie so schnell nicht wiederkommt.