Im Bürgerpark Pankow geht mit dem Frühling auch das Gastro-Drama in die nächste Runde. Auch in dieser Saison ist ein Café-Betrieb am Rosengarten unwahrscheinlich. Die neuesten Aussagen aus dem Bezirksamt lassen kaum Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung.
Beliebtes Ausflugscafé in Pankow
Seit Herbst 2024 ist das Café Rosengarten geschlossen. Zuvor war es, mitten im Bürgerpark gelegen, ein beliebter Anziehungspunkt. Doch der frühere Pächter gab auf – zu groß war der Sanierungsstau, zu teuer die nötigen Arbeiten an Infrastruktur wie Leitungen und Toiletten.
Mehrere Versuche, das Gebäude wenigstens vorübergehend gastronomisch zu reaktivieren, scheiterten bisher. Inzwischen ist das Gelände sogar teilweise abgesperrt. Ein Wasserschaden hat während der Wintermonate für noch mehr Chaos gesorgt.

Auf eine KURIER-Anfrage, wie es mit dem beliebten Café weitergeht, antwortet ein Sprecher der zuständigen Stadträtin: „Die bisher nicht erfolgte Wiedereröffnung ist auf eine komplexe Gemengelage unterschiedlicher Faktoren zurückzuführen. Insbesondere die Feststellung der konkreten Mängel und Schäden am Gebäude sowie deren Auswirkungen auf einen sicheren und rechtlich zulässigen Betrieb erweist sich als zeit- und kostenintensiv.“
Das Gebäude und die dazugehörige Infrastruktur seien in ihrem derzeitigen Zustand für einen gastronomischen Betrieb nicht nutzbar.
Wenig Hoffnung für Café im Bürgerpark
In der Pankower BVV wollte auch eine Anwohnerin wissen, wann Café und Toiletten wieder öffnen. Doch die zuständige Stadträtin Manuela Anders‑Granitzki (CDU) machte wenig Hoffnung: „Ich kann Ihnen keine Wiedereröffnung in Aussicht stellen – und zwar mit gar keiner zeitlichen Perspektive.“
So marode ist das Café Rosengarten
„Sämtliche Leitungen (Zu- und Abwasser, Stromleitungen) sind marode und müssen erneuert werden, insbesondere die Abwasserleitungen sind nicht mehr nutzbar. Somit können auch die sanitären Anlagen vor Ort nicht in Betrieb genommen werden“, führt der Bezirkssprecher aus.
Weiterhin reiche die aktuell im Gebäude ankommende Strommenge für einen sicheren gastronomischen Betrieb nicht aus. Eine Leistungserhöhung sei notwendig, aktuell aber nicht möglich, da die bisherige Zuleitung an ihre Kapazitätsgrenze stoße.
„Auch der fest verbaute Fettabscheider ist nicht mehr funktionstüchtig, außerdem entspricht er nicht mehr dem Stand der Technik. Eine Reparatur wäre auch aufgrund seines hohen Alters nicht wirtschaftlich.“
Technik aus DDR-Zeiten
Die technische Infrastruktur im Gebäude selbst stammt teilweise noch aus DDR-Zeiten, ist ebenfalls marode und muss in einem größeren Rahmen saniert werden.
Rund 1,5 Millionen Euro müsste Pankow investieren, um das Café wieder fit zu machen. „Solche Gelder stehen dem Bezirk auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung“, so Manuela Anders‑Granitzki. Man hoffe auf Förderprogramme – aus dem eigenen Haushalt sei eine Finanzierung unmöglich.
Foodtruck? Kompliziert!
Die Hoffnung auf eine Zwischenlösung – etwa einen Foodtruck – schwindet ebenfalls. Zwar prüfe der Bezirk das weiter, doch die Stadträtin dämpfte die Erwartungen. Ein Betreiber müsste den Strom selbst legen und auch die Wasserfrage eigenständig lösen. Das mache das Angebot „nicht besonders lukrativ“.
Trotzdem gebe es noch Interessenten: „Wir haben noch ein paar, die noch nicht vollständig vergrault sind.“ Eine Entscheidung solle „zeitnah“ fallen – aber sicher nicht vor Ostern.
Toiletten bleiben dicht – Dixi-Klos keine Option
Viele Parkbesucher vermissen neben der Einkehrmöglichkeit auch die Toiletten, die es am Café gab. Auch diese bleiben wegen maroder Abwasserrohre geschlossen.
Ein Vorschlag aus der BVV, Dixi-Klos aufzustellen, wurde abgelehnt. Der Bürgerpark sei ein Gartendenkmal, schwere Fahrzeuge zur Reinigung der Dixie-Klos würden die Wege beschädigen. Stattdessen sollen die Besucher die öffentliche Toilette in der Nähe des Kinderbauernhofs Pinke‑Panke aufsuchen.
„Dem Bezirksamt ist die große Bedeutung des Cafés für den Bürgerpark Pankow und seine Besucherinnen und Besucher sehr bewusst. Daher ist das Bezirksamt trotz der geschilderten Umstände fortlaufend und mit Nachdruck bemüht, eine neue Betreiberin beziehungsweise einen neuen Betreiber mit einer tragfähigen Lösung für das Café Rosengarten zu finden“, sagt Manuela Anders-Granitzki.


