Urlaubs-Kehrtwende nach Koalitions-Knall

Woidke bleibt doch in Potsdam – statt im Schnee

Eigentlich wollte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ja in den Urlaub, Krise hin oder her. Jetzt bleibt er doch und kehrt an den Schreibtisch zurück

Author - Stefan Tappert
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Dietmar Woidke (SPD) sagt seinen Urlaub nach Shitstorm ab.
Dietmar Woidke (SPD) sagt seinen Urlaub nach Shitstorm ab.Soeren Stache/dpa

Erst der politische Crash, dann fast der Abflug – und jetzt die Vollbremsung: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (64, SPD) sagt seine Winterferien ab. Nach dem Platzen der SPD/BSW-Koalition wollte der Regierungschef eigentlich erst mal verschwinden – ohne neue Mehrheit, mit Minderheitsregierung, aber mit Urlaubsplan. Das berichtet bild.de.

Dietmar Woidke fährt nun doch nicht in den Urlaub
Dietmar Woidke fährt nun doch nicht in den Urlaubdpa

Urlaubsreise war „lange geplant“

Noch am Dienstagabend hieß es aus der Staatskanzlei, der Urlaub sei „lange geplant“, Woidke bleibe „ständig erreichbar“ und sei „nicht auf Kreuzfahrt“. Klingt nach Entwarnung – kam aber gar nicht gut an.

Denn während das politische Brandenburg wackelt, sollte der Ministerpräsident offenbar entspannen. Schneefrei nach Koalitions-Crash? Das ließ selbst Parteifreunde schlucken. Nach massiver Kritik: die Kehrtwende. Urlaub gestrichen, Krise bleibt.

Kein Verständnis der Opposition

Politisch steht Brandenburg jetzt auf Übergang: Die SPD regiert vorerst allein, Gespräche mit der CDU sollen „demnächst“ beginnen. Wann genau? Offen. Woidke selbst wich aus, sprach von mittel- und langfristigen Mehrheiten – aber nicht von schnellen Lösungen.

Crumbach sollte trotz Rücktritts Geschäfte führen

Brisant: Während Woidke fast weg war, hätte ausgerechnet Finanzminister Robert Crumbach (63) die Geschäfte geführt – jener Mann, der erst kurz zuvor aus dem BSW ausgetreten war. Ein politisches Kuriosum mitten im Chaos.

Am Ende blieb nur die Rolle rückwärts. Laut Sprecherin habe Woidke „angesichts der Umstände“ spätabends entschieden, doch zu bleiben. Das Persönliche müsse jetzt hinten anstehen.

Der Urlaub ist nun abgesagt – die Krise nicht.