Am Dienstagmittag wird man es rund um Hohen Neuendorf (Brandenburg) rummsen hören! Hier müssen mehrere Blindgänger kontrolliert entschärft werden. Sie gehören zu einer besonders gefährlichen Bombenart.
Sprengung am Dienstagmittag
In Hohen Neuendorf soll am Dienstag Weltkriegsmunition kontrolliert gesprengt werden. Ab 10.30 Uhr sind daher Sperrungen in Teilen von Hohen Neuendorf und Oranienburg vorgesehen, teilten die Kommunen mit. Die Sprengung ist für den Zeitraum zwischen 11 und 13 Uhr geplant.

Da die gefundenen Granaten und Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg in einem Waldgebiet liegen, müssen keine Anwohner ihre Häuser verlassen. Rund um den Fundort wird jedoch ein Sperrkreis mit einem Radius von 500 Metern eingerichtet, der einige Pendler einschränken wird.
Von den Sperrungen sind Teile der Chausseestraße und der Berliner Chaussee in Oranienburg betroffen. Die Bahnhofsstraße in Borgsdorf bleibe geöffnet und könne als Umfahrung der Kreuzung Chausseestraße/Berliner Chaussee (L20) genutzt werden.
Darum sind diese Bomben besonders gefährlich
Die Region um Oranienburg ist stark durch Bomben mit chemischen Langzeitzündern belastet. Wegen der besonderen Bodenverhältnisse explodierte ein großer Teil der abgeworfenen Bomben im Zweiten Weltkrieg nicht, weshalb bis heute zahlreiche Blindgänger im Boden vermutet werden.
Alte Weltkriegsbomben, die mit chemischen Langzeitzündern (auch Säurezünder oder „Bleistiftzünder“ genannt) ausgestattet sind, gelten als besonders gefährlich und problematisch: Die Hauptgefahr liegt darin, dass diese Zünder auch nach über 80 Jahren noch unvorhersehbar reagieren können.

Ein chemischer Langzeitzünder funktioniert, indem eine Säure (meist Azeton) durch eine dünne Zelluloidscheibe frisst. Wenn die Scheibe durchgeätzt ist, wird ein Schlagbolzen freigegeben, der die Bombe zur Explosion bringt. Über die Jahrzehnte ist die Zelluloidscheibe spröde geworden, was dazu führen kann, dass sie unerwartet reißt oder durch die Säure sehr schnell zerstört wird.


