Die letzte alte Volksschwimmhalle der DDR in Berlins Mitte war jahrelang ein Lost Place. Nun wird die Schwimmhalle in der Friedrichshainer Holzmarktstraße abgerissen. Abrissbagger sind gerade bei der Arbeit. Eine der ältesten noch erhaltenen Volksschwimmhallen vom Typ C der Welt muss einem Neubau weichen.
DDR-Schwimmhalle ist seit 2018 geschlossen
1976 wurde die Halle in Berlin-Friedrichshain, umringt von 20-Geschossern, auf dem Areal zwischen Holzmarktstraße und Mehlbeerenweg eröffnet. Doch seit 2018 schwimmt hier keiner mehr seine Bahnen. Die Halle mit dem markanten wellenförmigen Dach musste geschlossen werden, weil durch ein Leck Chlorwasser gesickert war. Im Keller mussten Metallstützen den Bau stabilisieren.
Schwimmhalle und Wohnungen entstehen
Nun sind erneut die Bagger am Werk und machen Platz für eine neue Schwimmhalle. Das geplante Schwimmbad soll etwa doppelt so viel Wasserfläche haben, wie die alte Halle aus DDR-Zeiten.
Vorgesehen sind laut Berliner Bäder-Betrieben zwei 25-Meter-Becken, von denen eines für Schulen und Vereine reserviert und das andere permanent für die Öffentlichkeit nutzbar sein soll. Außerdem soll es ein multifunktionales Fitnessbecken und ein Lehrschwimmbecken geben.

Auf dem rund 6300 Quadratmeter großen Grundstück entsteht nach den Entwürfen des Architekturbüros Eller + Eller nicht nur eine neue Schwimmhalle, sondern auch 375 Apartments für Studierende. Dazu kommen etwa 4600 Quadratmeter Büroflächen sowie circa 1500 Quadratmeter Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss. Frei zugängliche Grünflächen auf dem Dach und attraktiv gestaltete Innenhöfe gehören ebenfalls zum Nutzungskonzept.

Volksschwimmhallen in der DDR
Unter dem Namen Volksschwimmhalle wurden in der DDR ab 1968 über 100 Hallenbäder errichtet. Fast alle davon waren Typenbauten.
1969 entwickelten die Architekten Karl-Ernst Swora und Gunther Derdau vom VEB Bau- und Montagekombinat Ingenieurhochbau Berlin in Dresden die erste Schwimmhalle diesen Typs. Die Spannbetonkonstruktion mit regelmäßigen Faltungen, einer Spannweite von 18 Metern und einer Dicke von nur 8 Zentimetern prägte die ostdeutschen Innenstädte.
In Berlin wurde 1972 die erste Typ-C-Halle in der Weinstraße gebaut.

