Schrecksekunden im Kulturzentrum Maison de France: Statt in der Bibliothek zu lesen, ging ein Besucher wütend mit Benzin gegen Bücher vor.
Besucher verhindert mit einem Feuerlöscher Schlimmeres
Was trieb Abdoul R. (35), den Feuerteufel, an? Neun Monate später begann der Prozess gegen einen Mann, der beinahe einen Großbrand verursacht hätte. Der Ankläger: „Bücher und Holzregale – alles hätte wie Zunder brennen können. Zum Glück hat ein Besucher geistesgegenwärtig zum Feuerlöscher gegriffen, die Flammen gelöscht.“
Angeklagter liebt das Lesen und die Kultur
R. kleinlaut vor der Richterin. Ein Oberleitungsmonteur aus Weißenfels (Sachsen-Anhalt). Er war am 20. September 2025 als Besucher in Berlin: „Ich wollte Urlaub machen.“ Mit viel Kultur. „Ich bin ein Mensch, der gerne liest und Bücher liebt.“

Es zog ihn in die Abteilung Geschichte. R.: „Ich las in drei Büchern.“ Ein spezielles Thema interessierte den Mann, der aus Burkina Faso (Westafrika) stammt: „Ich habe über Sklavenzeit gelesen und was mit den Menschen passiert ist.“
Geschichte wühlt den Angeklagten auf
Es habe ihn wütend gemacht: „Ich fand, die Geschichte war in den Büchern schlecht oder sogar falsch erzählt.“ Das habe ihm keine Ruhe gelassen: „Am nächsten Tag bin ich wieder hin, wollte etwas machen.“
Es war ein großer Fehler. Dafür habe ich zu bezahlen. Stück für Stück werde ich alles abzahlen.
Die Richterin: „Es sollen etwa 25 Besucher in der Bibliothek gewesen sein. Haben Sie daran gedacht, dass Leute in Gefahr waren?“ Abdoul R. nickte: „Ich wollte den Menschen nichts tun und sagte noch, dass sie besser rausgehen sollten.“
Sachschaden beläuft sich auf 6530 Euro
Er hatte Benzin gekauft und außerdem Bremsenreiniger in der Tasche. Die Anklage: „Er verschüttete die Mittel über Bücher in zwei Regalen, zündete dann mit dem Feuerzeug an.“ An drei Stellen brannte es.
Eine Mitarbeiterin der Bibliothek im Institut français am Kurfürstendamm: „200 Bücher haben wir verloren.“ Zerstört durch Flammen oder durch Löschwasser. Sachschaden insgesamt: 6.530 Euro.
Polizei fasst den Täter vor Ort
Die Polizei fasste R. noch vor Ort. Mit schwerem Gepäck durfte er zurück nach Weißenfels reisen: Anzeige wegen versuchter schwerer Brandstiftung und Sachbeschädigung.
Das Kulturzentrum Maison de France war im April 1950 als deutsch-französische Begegnungsstätte eröffnet worden. Die Richterin zum Angeklagten: „Alle, die im Haus waren, hatten unfassbares Glück! So ein Feuer kann sich rasant ausbreiten.“
Täter will für seine Tat geradestehen
Planvoll sei R. vorgegangen. Auch der Verteidiger: „Wenn man Bücher nicht lesen möchte, dann muss man es nicht tun. Aber andere davon abzuhalten, das geht nicht.“ R. einsichtig: „Es war ein großer Fehler. Dafür habe ich zu bezahlen. Stück für Stück werde ich alles abzahlen.“ Urteil: Ein Jahr Haft auf Bewährung.




