Eine S-Bahn-Fahrt in Berlin wurde für eine Schülerin (16) zum Albtraum: Ein fremder Mann stieg nachts mit ihr aus, verfolgte und begrapschte sie.
Angeklagter wurde vor fünf Monaten festgenommen
Die Horror-Minuten für die Teenagerin liegen mehr als drei Jahre zurück. Die Polizei tappte zunächst im Dunkeln. Es wurden Parallelen zu anderen Strafanzeigen gesucht. Tatsächlich: Ein Fall mit einer Frau (27) als Opfer, die an einem S-Bahnhof von einem Fremden angesprochen, wenig später sexuell bedrängt wurde.
Vor fünf Monaten klickten die Handschellen: Chouan B. (45) wurde festgenommen. Er ist Grieche, seine Ex-Freundin lebt mit den beiden gemeinsamen Kindern in New York. Als Beruf gibt er Dolmetscher zu Protokoll – „für Italienisch und Englisch“.
Nun der Prozess. Chouan B. wird aus der U-Haft vorgeführt – freundliches Gesicht, lässiges Outfit mit gestreiftem Fischerhemd. Die Anklage lautet auf sexuelle Nötigung, sexuelle Belästigung und Körperverletzung. Für zwei Übergriffe soll er verantwortlich sein. Schweigend hörte B. die Vorwürfe.

Fremder Mann sprach Clara nachts an
Clara W. (Name geändert) das erste Opfer. In der Nacht zum 20. Februar 2023 war die Jugendliche auf dem Heimweg. Als sie in einer Bahn der Linie S46 saß, wurde sie von einem ihr fremden Mann angesprochen. Die Staatsanwältin ist überzeugt: Es habe sich um B. gehandelt.
Ankunft um 23.56 Uhr am Bahnhof Königs Wusterhausen. Clara stieg aus. Sie hatte es nun nicht mehr weit. Ein Fußweg. Doch B. sei ihr gefolgt. „Er redete unentwegt mit ihr, bot ihr einen Joint an“, heißt es in der Anklage. Er habe von Sex gesprochen. Sie ahnte Schlimmes, wollte ihn auf Abstand bringen: „Ich rufe meinen Freund an!“
Der Mann aber ließ sich nicht abschütteln. Er wollte Sex, bedrängte sie: „Du bist sexy, hab dich nicht so“. Sie schob ihn zurück: „Nein!“ Er packte sie am Arm, küsste sie gegen ihren Willen auf die Wange. Sie zog den Kopf weg, er begrapschte sie im Intimbereich. Clara wehrte sich nach Kräften. Sie riss sich aus dem Griff des Täters los, rannte weg.


