Was mit Jubel-Tiraden und Gesängen türkischer Fans begann, endete gefährlich mit Pyro-Attacken und Gewalt gegen Polizisten.
Mann aus der Sicherheitsbranche auf der Anklagebank
Nachspiel für einen Chaoten nun vor einer Amtsrichterin. Auf der Anklagebank ein Mann, der eigentlich für Ordnung sorgen soll: Ahmed G. (27, Name geändert). Tätig in der Sicherheitsbranche. „Habe da einen Mini-Job“, sagt er.
Fans von Galatasaray marschieren zum Kurfürstendamm
Er gehörte zu rund 2500 Anhängern von Galatasaray Istanbul, die am 18. Mai vorigen Jahres zum Kurfürstendamm gezogen waren. Außer sich vor Freude: Ihr Verein wurde vorzeitig Meister der türkischen Süper Lig. Ausgelassene Stimmung. Doch die Feier eskalierte schnell. 33 Beamte wurden verletzt.

Fans stürmten auf die Fahrbahn, übernahmen den Berliner Boulevard. Pyrotechnik wurde gezündet. Es flogen Flaschen und Steine. Die Polizei entschied: „Die Party muss aufgelöst werden.“ Fans wurden angesprochen. Es brachte nichts.
Angeklagter pöbelt: „Vollidiot“
Ahmed G. mitten in der Menge. Ein Beamter (33) beobachtete: „Er schlug mit der Faust in den Nackenschutz eines Kollegen.“ G. sollte vorläufig festgenommen werden, er wehrte sich. Ein Polizist im Prozess: „Er schlug meine Arme weg, wollte sich aus dem Griff befreien. Zwei weitere Beamte griffen ein – nur so konnten wir ihn zu Boden bringen.“ G. pöbelte laut Anklage: „Vollidiot!“
Vor der Richterin mauerte G. zuerst: „Keine Angaben.“ Doch es gibt ein Video, das zeigt, wie drei Polizisten sich bemühen, G. in den Griff zu bekommen. Und der getroffene Polizist beschrieb: „Es war ein Schlag von hinten, schon etwas doller, ich wurde nach vorn gestoßen.“
Verfahren wird gegen Zahlung von 1500 Euro eingestellt
Der Angeklagte schwitzte, die Richterin stellte eine moderate Entscheidung bei Geständnis in Aussicht. Er kam schließlich aus der Deckung: „Ich wollte feiern, hatte keine bösen Absichten.“ Weil er geschubst wurde, habe er einen Arm wegschieben wollen. G.: „Es tut mir wirklich leid.“
Nach seinem Geständnis kam er mit einem blauen Auge davon: Das Verfahren wegen tätlichen Angriffs auf Polizisten, versuchter Körperverletzung und Widerstands wird gegen Zahlung von 1500 Euro eingestellt.




