Ausnahmezustand am Montag

Syrien-Präsident Al-Scharaa kommt: Demo-Chaos und Einschränkungen für Autofahrer

Die Polizei ist im Großeinsatz. Tausende Demonstranten werden erwartet und zahlreiche Straßensperrungen bringen Berlin am Montag an seine Belastungsgrenze.

Author - Tobias Esters
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Protest am Brandenburger Tor im Januar: Demonstrierende kritisieren den Besuch von Ahmed al-Scharaa und richten deutliche Vorwürfe an die Bundesregierung.
Protest am Brandenburger Tor im Januar: Demonstrierende kritisieren den Besuch von Ahmed al-Scharaa und richten deutliche Vorwürfe an die Bundesregierung.Sebastian Gollnow/dpa

Berlin steht ein unruhiger Montag bevor. Der Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa sorgt für einen Großeinsatz der Polizei und dürfte für viele Berliner zur echten Geduldsprobe werden.

Demos in der Stadt erwartet: Tausende gehen auf die Straße

Schon am Vormittag wird es ernst. Mehrere Demonstrationen sind angekündigt, sowohl von Gegnern als auch von Unterstützern des Staatsoberhauptes. Tausende Menschen werden erwartet.

Regierungsgegner wollen sich am Großer Stern und später am Brandenburger Tor versammeln. Unterstützer von al-Scharaa planen ein Treffen am Berliner Hauptbahnhof, wo rund 3000 Teilnehmer erwartet werden.

Die Polizei bereitet sich auf einen massiven Einsatz vor. Straßen werden gesperrt, Umleitungen eingerichtet, ganze Bereiche weiträumig abgeriegelt. Besonders heikel wird es rund um das Schloss Bellevue, das Bundeskanzleramt und das Ritz-Carlton Berlin am Potsdamer Platz. Dort gilt zwischen 11 und 16 Uhr ein striktes Versammlungsverbot. Wer sich in diesen Bereichen aufhalten will, muss sich ausweisen können.

Für Pendler und Autofahrer heißt das vor allem eins: Geduld. Die Polizei rät dringend dazu, die betroffenen Straßen großräumig zu umfahren. Wer kann, sollte den Bereich am Montag lieber ganz meiden.

Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa bei einem öffentlichen Auftritt – sein Besuch in Berlin sorgt für einen Großeinsatz der Polizei.
Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa bei einem öffentlichen Auftritt – sein Besuch in Berlin sorgt für einen Großeinsatz der Polizei.Francisco Seco/Ap/DPA

Al-Scharaa trifft in Berlin unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz. Themen des Besuchs dürften die Rückführung syrischer Flüchtlinge und der Wiederaufbau des vom Bürgerkrieg zerstörten Landes sein.

Polizei warnt vor angespannter Lage

Dass der Einsatz so groß ausfällt, hat einen klaren Grund. Al-Scharaa gilt als Person mit hoher Gefährdungsstufe. Der Berliner Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Stephan Weh, machte deutlich, wie angespannt die Lage ist: „Neben dem Besuch selbst muss die Polizei Berlin viele Sachen drumherum, wie zu erwartende Versammlungslagen, beachten – und überlässt da natürlich nichts dem Zufall.“

Die Belastung ist enorm. „Eine solche Lage lasse sich nicht mal eben mit ein, zwei Einsatzhundertschaften bewältigen“ und bringe die Hauptstadtpolizei an die Belastungsgrenze. Deutliche Worte findet Weh auch in Richtung Politik: „Wenn Herr Merz Herrn al-Scharaa einlädt, kann er auch die Rechnung bezahlen und das nicht allein auf die Hauptstadtpolizei abwälzen.“

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