Berlin steht ein unruhiger Montag bevor. Der Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa sorgt für einen Großeinsatz der Polizei und dürfte für viele Berliner zur echten Geduldsprobe werden.
Demos in der Stadt erwartet: Tausende gehen auf die Straße
Schon am Vormittag wird es ernst. Mehrere Demonstrationen sind angekündigt, sowohl von Gegnern als auch von Unterstützern des Staatsoberhauptes. Tausende Menschen werden erwartet.
Regierungsgegner wollen sich am Großer Stern und später am Brandenburger Tor versammeln. Unterstützer von al-Scharaa planen ein Treffen am Berliner Hauptbahnhof, wo rund 3000 Teilnehmer erwartet werden.
Die Polizei bereitet sich auf einen massiven Einsatz vor. Straßen werden gesperrt, Umleitungen eingerichtet, ganze Bereiche weiträumig abgeriegelt. Besonders heikel wird es rund um das Schloss Bellevue, das Bundeskanzleramt und das Ritz-Carlton Berlin am Potsdamer Platz. Dort gilt zwischen 11 und 16 Uhr ein striktes Versammlungsverbot. Wer sich in diesen Bereichen aufhalten will, muss sich ausweisen können.
Für Pendler und Autofahrer heißt das vor allem eins: Geduld. Die Polizei rät dringend dazu, die betroffenen Straßen großräumig zu umfahren. Wer kann, sollte den Bereich am Montag lieber ganz meiden.

Al-Scharaa trifft in Berlin unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz. Themen des Besuchs dürften die Rückführung syrischer Flüchtlinge und der Wiederaufbau des vom Bürgerkrieg zerstörten Landes sein.
Polizei warnt vor angespannter Lage
Dass der Einsatz so groß ausfällt, hat einen klaren Grund. Al-Scharaa gilt als Person mit hoher Gefährdungsstufe. Der Berliner Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Stephan Weh, machte deutlich, wie angespannt die Lage ist: „Neben dem Besuch selbst muss die Polizei Berlin viele Sachen drumherum, wie zu erwartende Versammlungslagen, beachten – und überlässt da natürlich nichts dem Zufall.“


