Mitten in der Nacht schrillen im Jüdischen Krankenhaus in Berlin-Gesundbrunnen die Alarmglocken. Rauch dringt aus einem Patientenzimmer, Pflegekräfte und Polizei eilen über die Flure, Einsatzkräfte rücken an. Ein Brand im Krankenhaus – und sofort stellt sich die Frage: War es ein antisemitisch motivierter Angriff?
Patient zündelt im Krankenhaus
Doch die Berliner Polizei bremst früh die Spekulationen: „Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es keinen Hinweis auf antisemitische Hintergründe bei diesem Feuer, das dort gelegt wurde“, erklärt ein Sprecher am Morgen. Stattdessen richtet sich der Verdacht gegen einen 71-jährigen Patienten, der am Dienstagabend in seinem Zimmer einen Gegenstand entzündet haben soll. Was genau geschah, ist allerdings noch völlig unklar.

Der Mann wurde festgenommen, nachdem die ersten Hinweise darauf deuteten, dass der Brand absichtlich gelegt worden sein könnte. Weil es keinen Verdacht auf einen antisemitischen Hintergrund gibt, ermittelt auch nicht der Staatsschutz des Landeskriminalamts, der bei politischen oder extremistischen Taten zuständig wäre. Stattdessen übernimmt das Brandkommissariat.
Warum der Patient den Gegenstand entzündete, in welchem Zustand er sich befand und welche Vorgeschichte es möglicherweise gab, ist derzeit offen. Die Polizei hält sich bedeckt, die Ermittlungen laufen erst an.
Gegen 23:40 Uhr kam es zu einem Brand in einem Krankenhaus in der Heinz-Galinski-Straße in #Gesundbrunnen. Durch die starke Rauchentwicklung erlitten mehrere Personen Verletzungen, darunter auch zwei unserer Einsatzkräfte.
— Polizei Berlin (@polizeiberlin) January 28, 2026
Noch am Ort wurde ein 71-jähriger Tatverdächtiger… pic.twitter.com/XQzgy2WNoL
14 Verletzte durch Rauch, auch Einsatzkräfte betroffen
Fest steht schon jetzt: Der nächtliche Brand blieb nicht ohne Folgen. Insgesamt 14 Menschen erlitten Verletzungen, wie die Polizei mitteilt. Dazu zählen nicht nur der mutmaßliche Täter selbst, sondern auch Polizeibeamte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses.
Schwer verletzt wurde niemand, doch der dichte Rauch sorgte für Atemwegsreizungen und führte zu einer Reihe von medizinischen Behandlungen. Patienten des Hauses blieben nach aktuellem Stand unverletzt.

Der Brand konnte schnell gelöscht werden, dennoch löste er große Unruhe im Haus aus. Krankenhausmitarbeitende mussten Zimmer räumen, Flure sichern und Betroffene versorgen, während Einsatzkräfte nach Glutnestern suchten. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Fahrzeugen an, da in Kliniken immer mit komplexen Evakuierungsszenarien gerechnet werden muss.


