Für Meteorologe Jörg Kachelmann sind die Eisheiligen schlichtweg „Schwachsinn“. Mamertus, Servatius, Bonifatius: Viele Hobbygärtner warten auf diese Tage, ehe sie sich trauen, ihre Tomatenpflanzen in den Boden zu bringen. Pech für Kachelmann: Heute haben die Eisheiligen begonnen – und es wird eiseskalt. Meteorologe Dominik Jung kündigt sogar Schnee für die nächsten Tage an.
Jörg Kachelmann vs. Dominik Jung: Sind die Eisheiligen Zufall?
„Ich weiß, ich bin auch dieses Jahr speziell unglücklich“, sagte Kachelmann am Montag bei einem Interview mit Radioeins. „Jetzt ist es mal eine Woche vorübergehend kälter und alle werden wieder sagen: Ja, ja, die Eisheiligen.“ Der Schweizer redete sich richtig in Rage: „Es ist reiner Zufall. Es ist 2026, lasset ab von diesem Aberglauben.“
Kachelmann sagte, dass er ja wirklich ein alter Sack sei, ein Boomer. „Ich dachte, oh Gott, irgendwann wird es vorbei sein.“ Weil man seit Jahrhunderten überhaupt nichts sehen würde von diesen Eisheiligen. Nur alle 20, 25 Jahre gäbe es zum Zeitpunkt der kalten Sophie mal irgendwo Frost in Berlin und Brandenburg. „Deshalb ist es so schwer auszuhalten, dieser frei erfundene Schwachsinn.“
Pech für Jörg Kachelmann, dass sich die „Eisheiligen“ und der Wetterbericht in diesem Jahr genau zusammenpassen. Mit Mamertus (Montag, 11. Mai) gehen auch die Temperaturen runter. „Was für ein krasser Wettersturz!“, sagt Kachelmanns Wetter-Konkurrent Dominik Jung. „Am Muttertag vielfach noch sommerlich mit Spitzenwerten bis 27 oder gar 28 Grad – und nun kann es sogar noch einmal Schnee geben!“
Schneefallgrenze sinkt drastisch: Wo es jetzt richtig winterlich wird
In der Nacht auf Dienstag (Pankratius) sinkt die Schneefallgrenze bis auf 500 Meter ab, vielleicht noch tiefer. In den vergangenen Tagen ist die angekündigte Schneefallgrenze immer weiter gefallen. Das sei echt krass – selbst für die Eisheiligen, sagt dieser Meteorologe. Der Wind drehe in den nächsten Stunden, und dann werde es richtig kalt.
Die Eisheiligen sind laut Kalender am Montag gestartet – passend zum Wetter. „Aus Nordeuropa kommen genau heute sehr kalte Luftmassen zu uns geströmt“, sagt Dominik Jung. „Arktische Luftmassen. Und die schieben sich einmal bis zu den Alpen runter.“
So entwickelt sich das Wetter an den Eisheiligen-Tagen
In der Nacht wird es eiseskalt. Die Werte fallen auf 6 bis 2 Grad, in mittleren Lagen sogar bis auf minus 1 Grad. „Und die Schneefallgrenze sinkt bis morgen früh teilweise auf 500 Meter“, sagt der Meteorologe von wetter.net. „Also nicht wundern, wenn es morgen früh hier und da ein paar nasse Schneeflocken gibt.“ Oberhalb von 700 Metern kann es sogar weiß werden auf den Wiesen.
Dienstag (Pankratius): Dichte Wolken, zeitweise Regen. Im Osten kann es auf 800 bis 1000 Metern immer noch schneien – auch in den Alpen. Die Temperaturen sind mit 10 bis 13 Grad ziemlich frisch.

Mittwoch (Servatius): Weiterhin Schauerwetter in ganz Deutschland. Mal kurz die Sonne, dann wieder Regenschauer. „Auch kurze Gewitter sind im Norden nicht ganz ausgeschlossen“, sagt Dominik Jung. Bei 11 bis 17 Grad.
Donnerstag (Bonifatius): Auch der Feiertag wird eine ziemlich durchwachsene Angelegenheit. Wer Himmelfahrt im Freien feiern will, braucht Regenschutz. Gerade in der Nordhälfte, auch in Berlin und Brandenburg, sind kräftige Schauer und Gewitter zu erwarten. Und das bei gerade mal 10 bis 14 Grad.
Freitag (Sophie): Die kalte Sophie ist zum Glück nicht ganz so kalt. Langsam wird es ein wenig wärmer. Bibbern ist nur am Alpenrand (7 Grad) angesagt. Ansonsten: 13 bis 17 Grad, 16 Grad in Berlin und Brandenburg. Am Samstag dann sind die Regenwolken abgezogen, die Sonne feiert ein Comeback. Bye-bye Eisheilige – bei 15 bis 20 Grad.


