Bereits eine erhöhte Waldbrandgefahr

Gefährliche Wetter-Entwicklung: Meteorologe warnt vor alarmierendem Wärme-Trend

Es ist zu trocken! Im März bleibt der dringend benötigte Regen aus. Wetterkarten weisen bereits auf eine erhöhte Waldbrandgefahr hin.

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Youtube/Wetter.net (Screenshot)

Während die einen den warmen Tage kaum erwarten können, schauen andere merklich ernster auf die aktuellen und kommenden Wetteraussichten. Denn bereits jetzt warnen erste Meteorologen vor einer gefährlichen Wetter-Entwicklung. Es ist viel zu trocken, es regnet zu wenig, mancherorts steigt bereits jetzt die Waldbrandgefahr auf Stufe 4.

„Wir sehen derzeit ein klares Defizit bei den Niederschlägen, das sich in den oberen Bodenschichten deutlich bemerkbar macht“, bestätigt Dominik Jung, Diplom-Meteorologe von wetter.net. Der Dürremonitor zeigt, dass die obersten 25 Zentimeter des Bodens in vielen Regionen bereits stark ausgetrocknet sind. Auf der aktuellen Wetterkarte dominiert an zahlreichen Orten alarmierendes Rot.

Im Februar fiel nur etwa die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge, und der März setzt mit bislang nur elf Prozent der erwarteten Regenmenge diesen besorgniserregenden Trend fort. „Wenn nicht bald flächendeckender Regen kommt, droht uns eine Fortsetzung der Trockenjahre“, mahnt Wetter-Experte Jung. Die Folgen wären nicht nur für die Landwirtschaft erheblich, sondern würden auch Wälder und Grundwasservorräte stark beeinträchtigen.

Herausgegeben wird der Dürremonitor vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. .Die Forscherinnen und Forsche liefern täglich flächendeckende Informationen zum Bodenfeuchtezustand, Grundlage sind Daten und Messwerte von Wetterstationen, Satelliten und Bodenproben. Die Karten unterscheiden zwischen dem Dürrezustand des Gesamtbodens (mittlere Bodentiefe über Deutschland ca. 180 cm Tiefe) und Oberbodens sowie dem pflanzenverfügbaren Bodenwasser (jeweils bis 25 cm Tiefe) unterschieden.

Waldbrandgefahr steigt: Warnstufe 4 in einigen Regionen

Und die Daten zeigt: Die Trockenheit hat bereits spürbare Folgen. Der Deutsche Wetterdienst weist aktuell in großen Teilen Deutschlands die Waldbrandgefahrenstufe 3 von 5 aus, in einigen Regionen sogar Stufe 4. Besonders gefährdet sind Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Teile Niedersachsens. Durch die anhaltende Trockenheit und den stetigen Wind werden Laub und trockene Nadeln schnell entzündlich.

Schon im März mussten erste kleinere Brände gelöscht werden. Bleibt der dringend benötigte Regen aus, könnte sich die Situation im April deutlich zuspitzen. Feuerwehrverbände warnen vor der steigenden Brandgefahr und rufen die Bevölkerung dazu auf, offenes Feuer und Rauchen im Wald unbedingt zu vermeiden.

Und die vorläufigen Wettermodelle zeugen derzeit keine langfristige Entspannung. Die Experten rechnen bestenfalls mit vereinzelten Schauern. Die könnten zwar in einigen Regionen kurzfristig Abhilfe schaffen, können aber das landesweite Defizit nicht ausgleichen. Vor allem die Landwirtschaft gerät unter Druck: Saaten keimen nur schwer, und die Wasserreserven in vielen Böden sind bereits besorgniserregend niedrig. ■