Vom Bernabéu in die Wüste? Diogo Leites möglicher Abschied aus Europa wirkt wie ein überraschender Kurswechsel. Vor drei Jahren schien die Fußball-Welt dem Portugiesen zu Füßen zu liegen. Mit dem 1. FC Union Berlin hatte sich der Innenverteidiger sensationell für die Champions League qualifiziert. In Europas Königsklasse ging es gegen Real Madrid, Union war plötzlich auf der ganz großen Bühne – und Leite mittendrin.
Dass der Name des Verteidigers damals sogar mit den Königlichen in Verbindung gebracht wurde, passte ins Bild. Urlaubsfotos aus Madrid heizten im Sommer 2024 die Gerüchte zusätzlich an. Zu einem Wechsel kam es zwar nie, doch Leite galt als einer der begehrtesten Profis im Kader der Eisernen.
Trainer kommen und gehen, Leite bleibt
Die folgenden beiden Spielzeiten verliefen deutlich weniger glamourös. Union musste jeweils um den Klassenerhalt kämpfen, trennte sich nacheinander von Urs Fischer und Bo Svensson. Leite aber blieb. Der Portugiese gehörte weiterhin zu den verlässlichsten Spielern in der Köpenicker Defensive und hatte großen Anteil daran, dass die Berliner zweimal den Absturz verhinderten.
Dabei stand der 27-Jährige in den vergangenen Jahren mehrfach vor dem Abschied. Im vergangenen Sommer trainierte Leite sogar mehr als einen Monat lang nicht mit der Mannschaft und gehörte unter Steffen Baumgart folglich auch nicht zum Spieltagskader. Der Verein schien gesprächsbereit, der Spieler wechselwillig. Doch trotz zahlreicher Interessenten platzte ein Transfer erneut. Leite blieb in Berlin – und lieferte anschließend wieder ab.

Jetzt endet seine Zeit bei Union nach vier Jahren. Sein Vertrag läuft am 30. Juni aus. Und das nächste Kapitel könnte an einem Ort geschrieben werden, den wohl kaum jemand auf dem Zettel hatte.
Aus Saudi-Arabien wird berichtet, dass Leite ein Angebot des Aufsteigers Al Diriyah angenommen habe. Laut dem Sportportal Al-Riyadiah fehlt nur noch der Medizincheck, anschließend soll der Portugiese einen langfristigen Vertrag unterschreiben. Der Klub hat in den vergangenen Jahren einen Durchmarsch von der dritten in die erste Liga hingelegt und wurde bis Mitte Mai von Alfred Schreuder, dem heutigen Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, trainiert.

