1. FC Union

Neue Abwehr für Lustrinelli: Mönchengladbach öffnet die Tür den 1. FC Union

Nach den ablösefreien Abgängen von Danilho Doekhi und Diogo Leite setzen die Eisernen auf kostengünstige Verpflichtungen. Der Markt bietet durchaus Optionen.

Author - Christian Kattner
Teilen
Kann Geschäftsführer Horst Heldt (l.) seinem neuen Trainer Mauro Lustrinelli schon zeitnah neue Spieler für die Union-Abwehr präsentieren?
Kann Geschäftsführer Horst Heldt (l.) seinem neuen Trainer Mauro Lustrinelli schon zeitnah neue Spieler für die Union-Abwehr präsentieren?Matthias Koch/Imago

Geht jetzt alles ganz schnell? Bereits Ende April hatte es Berichte gegeben, dass Marvin Friedrich (30) im Sommer zum 1. FC Union Berlin zurückkehren wird. Außer Gerüchten aber hat es seitdem nichts gegeben. Nun ist mit der offiziellen Verabschiedung von Borussia Mönchengladbach – zumindest öffentlich – der erste Schritt in Richtung einer Rückkehr nach Köpenick gemacht.

Mönchengladbach öffnet Tür für den 1. FC Union Berlin

In einem zweieinhalbminütigen Video verabschieden die Fohlen den Abwehrspieler. Und sagen: „Danke, Marvin. Immer alles reingehauen.“ Im Winter 2022 hatten die Unioner den Aufstiegshelden für 5,5 Millionen Euro nach Mönchengladbach verkauft. Der aber hat dort nie an seine Leistungen in Köpenick anknüpfen können und dürfte ernüchtert auf die viereinhalb Jahre im Borussia-Trikot zurückblicken.

Nun soll alles wieder besser werden. Für beide Seiten: Die Köpenicker Luft soll die Karriere des Abwehrspielers wieder ankurbeln, und die Eisernen wollen nach dem Abgang von Diogo Leite und Danilho Doekhi die entstandene Lücke in der Verteidigung möglichst schnell schließen. Mit einem Spieler, der Teile der Mannschaft, vor allem aber den Verein nach dreieinhalb Jahren bestens kennt, kann das schneller funktionieren als mit komplett neuen Spielern.

Namen werden genug gehandelt. Eine Einigung sollen die Unioner schon längst mit dem Belgier Zeno Van den Bosch (22/Royal Antwerpen) erzielt haben. Eray Cömert (28), 20-facher Nationalspieler der Schweiz vom FC Valencia, soll das Interesse von Geschäftsführer Horst Heldt geweckt haben.

Eray Cömert hat sich am zurückliegenden Wochenende vor dem Spiel gegen den FC Barcelona bereits von den Fans des FC Valencia verabschiedet und ist ein Union-Kandidat.
Eray Cömert hat sich am zurückliegenden Wochenende vor dem Spiel gegen den FC Barcelona bereits von den Fans des FC Valencia verabschiedet und ist ein Union-Kandidat.Agencia LOF/Imago

Ein Pluspunkt: Der Schweizer mit türkischen Wurzeln könnte, genau wie Friedrich und Van den Bosch, ablösefrei nach Köpenick wechseln. Am Wochenende hat er sich vor dem Spiel gegen den FC Barcelona bereits von den Fans verabschiedet. Nachdem die Eisernen Leite und Doekhi ohne Ablöse haben ziehen lassen, wäre eine Verpflichtung des Trios aus finanzieller Sicht eine perfekte Lösung.

Minuspunkt daran: Lediglich mit dem noch 22-jährigen Belgier würden die Unioner die geplante Verjüngung des Kaders wirklich vorantreiben. Für diese steht vielmehr Oluwaseun Ogbemudia. Der 19-Jährige konnte in der Rückrunde bei seiner Leihe zu Waldhof Mannheim nicht nur reichlich Spielerfahrung in der 3. Liga sammeln, sondern am zurückliegenden Wochenende auch den Landespokal Baden gewinnen.

Mit Trainer Mauro Lustrinelli beginnt in Köpenick eine neue Zeit. Ein anderer Fußball, neue Ansprüche – und ein enger Zeitplan. Spätestens bis zum Trainingsstart am 29. Juni muss die Abwehr stehen. Heißt: Bei Union wird es jetzt ernst. Und die ersten Transfers? Könnten schon bald fix sein. Einer davon: Marvin Friedrich? Es würde perfekt passen.